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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 7522

Verfasser unbekannt

Scharade (1+1 Silben)

Die erste Silbe.

Wo Saiten tönten, Harfen klangen,
Leviten tanzten, Priester sangen,
Da sah man ihn – am Jordanstrom.
Wo prachtgeschmückt in Freud und Wonne
Sie gingen um das Bild der Sonne,
Erschien er in des Apis Dom;

Und dem Ägypter entnommen
Ist zu den Grajern er gekommen,
Und brach zur Tiber sich die Bahn.
In ihren Spielen er erscheinet,
Er ratet, sänftigt, klagt und weinet,
Und nimmt Bedrückter gern sich an.

Die er gesungen – seine Lieder, –
Sie hallten durch ganz Hellas wieder,
Und prägten tief dem Volk sich ein;
Die sich davon auf uns erhalten,
Sind Meisterstücke von den Alten,
Und könnten trefflicher nicht sein.

Die zweite Silbe.

Er schmückt Figuren aller Arten,
Und ziert die Damen so die zarten
Als wie die Männer groß und klein.
Er ist aus manigfachen Stoffen,
Verhüllt die Form, ist zu und offen,
Ist manchmal grob und öfters fein.

Das Ganze.

Es ist mit Spitzen besetzt in die Runde
Und gibt von frommer Verrichtung Kunde,
Es erscheint auf Kanzeln und geht zum Altar,
Und steht an der Taufe heiligem Quelle,
Es geht zum Kranken behänd und schnelle,
Und schreitet voran des Verblichenen Bahr.

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Chor + Rock = Chorrock

Anmerkungen

Die Leviten, genannt nach dem Stammvater Levi, sind einer der Zwölf Stämme Israels, die nach dem Tanach bzw. dem Alten Testament von den Söhnen Jakobs abstammen.

Apis war der griechische Name des heiligen Stieres von Memphis, der als Verkörperung des Gottes Ptah verehrt wurde. Ursprünglich war der Apis-Stier ein Symbol für die Fruchtbarkeit.

Das Grajer Volk wird in diversen antiken Schriften erwähnt, beispielsweise in den Oden des Horaz und in der Aeneis. Allerdings bleibt unklar, welches Volk damit gemeint ist.

Verweise

Scharaden, Allgemeine Bayerische Chronik