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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 4296

von Johann Georg Philipp Thiele

Rätsel

Funke der Gottheit, den die Hülle
Des Tiers zum Tier fast macht;
Wer ich bin, fühl ich in der Stille
Von Wald und Winternacht.

Fühl's, wenn meine schwachen Glieder
Das Bewusstsein von Unmacht nieder-
Schlägt, und Auge, Richtung und Schluss
Der Mächtigen Anlauf dämmen muss:

Fühl's, wenn Mangel und Qual mich drücken,
Verräter belauschen, Dränger bezwicken,
Die Freunde Feigheit und Tod verscheucht,
Der Hoffnung letztes Flüstern schweigt:

Fühl's, wenn der Wollust Reize spielen,
Das Kochen des Zorns sich sucht zu kühlen,
Und Ehrgeiz und Blick in Folgezeit
Wallendem, tobendem Blut gebeut:

Fühl's, wenn in der Zukunft Finsternissen
Erfahrung und Schluss mich leiten müssen,
Und sich Verborgnes so helle zeigt,
Dass Ruhe rückkehrt, und Zweifel schweigt,

Wenn's, wo der Sinn den Dienst versaget,
Dem innern Blick so wonniglich taget,
Fühl's staunend, kenn und schätze mich,
Und rufe: Götterkind bin ich!

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Geist

Verweise

Worträtsel, Thiele