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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 3557

von Johann Gottlieb Münch

Scharade (1+1 Silben)

Mein Erstes ist tot, doch lebt' es zuvor,
Und mancher frohe Blick verlor
– Lachte die Sonne freundlich und mild –
Sich trunken auf seinem lieblichen Bild;
Hundert Namen und mehr
Begriff sein Heer,
Bis es durch den Tod zusamm
Unter einen Namen kam.
Es braucht's der Mann in der niederen Hütte,
Wie der im Pallaste;
Der in dem Wagen sich wiegt,
Wie der, der für und für
Mit seinem Stier'
Im armen Feldchen liegt.
Mein Zweites brauchte wohl überall
Jeder einmal;
Und wer darum ersuchet ward,
Gab's auf eigene Art.
Doch war der Erfolg nicht überall gleich,
Den macht' es arm, und Jenen reich.
Einer gelangte zur Ehre,
Ein Anderer zur Schande;
Hier ward man gelobt, dort dankte man's schlecht,
Dem schien's vernünftig,
dem Andern unrecht.
Das Ganze verbindet sich
In der Natur
Oft schön und lieblich,
Oft sonderlich;
Macht viel zu sprechen im täglichen Leben;
Dichter erheben
Es mit besonderem Farbenspiel,
Und haben darüber der Träume viel;
Oft war's mehr lästig, als lieb,
Wenn man's mit Eifer und Strenge betrieb.
Es musste, sollte es lieblich sein,
Drang der süßen Begeisterung sein.

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Heu + Rat = Heurat

Anmerkungen

Heurat (Heurath) ist veraltet für Heirat. [Adelung-1793]

Verweise

Scharaden, Münch