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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 3096

von Friedrich Stoltze

Scharade (1+2 Silben)

Erste Silbe

Es schlägt der Tambour den Appell
Er schlägt ihn auf dem Trommelfell;
Er hat auch noch ein zweites;
Das schlägt er nicht, er hütet sich;
Viel lieber legt er sich auf mich
Und träumt sich was Gescheites.

Oft bin ich's ganz, wenn Einer geigt,
Und schenke ich mich dir geneigt,
So ist's kein halbes immer.
Ich lebe oft in Saus und Braus,
Ich bin bereit zu jedem Schmaus,
Nur Feigen lieb ich nimmer.

Krieg mich nicht dran als Polizist!
Weil's hinter mir nur trocken ist,
Nicht faustdick, so zu sagen.
Der gold'ne Ring, den ich da trag',
Ist ein Geschenk zum Namenstag;
Ich kann ihn offen tragen.

Ich bin nicht mager, habe Schmalz,
Dazu den Löffel ebenfalls,
Bin kinderleicht zu raten.
Jetzt aber heißt es, mich gespitzt!
Denn in der zweiten, dritten sitzt
Schon tiefer doch der Faden!

Die zweite und die dritte Silbe

Wir waren einst ein seidnes Kleid,
Und Staat gemacht geraume Zeit
Hat damit eine Dame.
Als sie einmal am Ofen stand,
Hat sie ein Loch hinein gebrannt.
Der Ofen, der infame!

Die Dame machte ein Gesicht;
Als Kleid es war zu flicken nicht,
Kaum für des Hauses Stille.
Sich tröstend sprach sie: Ist denn doch
So viel an Stoff vorhanden noch
Für eine Pracht-Mantille!

Auch gibt es welche, die sind glatt;
Es gibt auch viele quere,
Und wenn es einen Bruch erhält,
Dann heißt's Ade, du liebe Welt!

Das Ganze

Wenn man nicht wanket und nicht weicht
Beim Weine und beim Tanze,
Hat man am andern Morgen leicht,
Gott sei's geklagt, das Ganze.

Lösung anzeigen

Blech + Schädel = Blechschädel

Anmerkungen

Eine Matille ist ein um Kopf und Schultern getragener Spitzenschleier [der traditionellen Festkleidung der Spanierin] bzw. (veraltet) ein von Frauen getragener leichter Mantel. [Duden]

Verweise

Scharaden, Stoltze, 3001