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Der lange Regen

Lateral Nr. 75

Wenn es nicht geregnet hätte, wäre er von Morddrohungen verschont geblieben.

(Eine wahre Begebenheit)

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Im Dezember 1915 litt San Diego unter einer lang anhaltenden Dürreperiode und die Stadt engagierte Charles Hatfield, einen Regenmacher. Dieser verlangte 10.000 US-Dollar dafür, dass er das städtische Wasserreservoir vollregnen ließe. Am 1. Januar 1916 machte er sich mit seinem Bruder Joel an die Arbeit und sie bauten ihre Apparate in einem blickdichten Zelt auf. Nach fünf Tagen regnete es tatsächlich und nach weiteren fünf Tagen setzte äußerst starker Regen ein. Am 27. Januar 1916 brachen die Lower-Otay-und-Sweetwater-Talsperren, nachdem der seit Wochen anhaltende Regen San Diego bereits verwüstet hatte.

Als Hatfield kurz darauf Morddrohungen erhielt, da er für die Katastrophe verantwortlich gemacht wurde, flüchtete er aus der Stadt. Erst am 17. Februar tauchte er in der Stadt auf, um sein Geld zu verlangen. Der Stadtrat bestritt einen Vertrag gehabt zu haben, tatsächlich wurde kein schriftlicher geschlossen. Hatfield verlor den anschließenden Prozess, den er bis 1938 gegen die Stadt führte. Nach 1916 arbeitete er wieder als Nähmaschinenverkäufer.

Der lange Regen ist übrigens der Titel einer SF-Kurzgeschichte von Ray Bradbury.