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Friedrich Schleiermacher

1768-1834

Friedrich Schleiermacher

Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher (* 21. Nov. 1768 in Breslau; † 12. Feb. 1834 in Berlin) war protestantischer Theologe, Altphilologe, Philosoph, Publizist, Staatstheoretiker, Soziologe, Kirchenpolitiker und Pädagoge. In mehreren dieser Wirkfelder wird er zu den wichtigsten Autoren seiner Zeit, in einigen auch zu den Klassikern der Disziplin überhaupt gerechnet.

Siehe auch: Wikipedia

 

Schleiermacher's Räthsel und Charaden

Erschienen im Verlag von Wilhelm Herz, Bessersche Buchhandlung, Berlin,

56 Seiten

Das Buch enthält 29 Rätselgedichte von Schleiermacher sowie weitere zehn im Kapitel "mündliche Überlieferung". Zu allen Rätseln sind die Lösungen angegeben.
 

Schleiermacher's Räthsel und Charaden

Mit einem Anhange von Räthseln und Charaden Ph. Buttmann's

Dritte, vermehrte Auflage

Erschienen im Verlag von Wilhelm Herz, Bessersche Buchhandlung, Berlin,

101 Seiten

Das Buch enthält 29 Rätselgedichte von Schleiermacher, weitere 21 im Kapitel "mündliche Überlieferung" sowie im Anhang 27 von Philipp Buttmann. Zu allen Rätseln sind die Lösungen angegeben.
 

Rätsel von Friedrich Schleiermacher

Falls Sie Javascript aktiviert haben, können Sie die folgende Tabelle sortieren, indem Sie auf eine Spaltenüberschrift klicken.

Nr. Erste Zeilen des Rätsels FS JD UB VS
35 Mein Erstes ist nicht wenig   30    
39 Wir sind's gewiss in vielen Dingen 201 9 391 11
66 Getrennt mir heilig - vereint abscheulich 203 21 392 13
96 Ich sitze oft in mir, um meiner selbst zu pflegen 205 26 394 14
109 Himmlische Tugend, scheußlicher Mord, 204 5    
176 Das erste glüht die Sonne,  so ward es mild und zart, 108 12   6
247 Nimm mir ein NU, so bin ich ein NU! 208 16 393 15
273 Der ist überall willkommen, darf zur sprödsten Schönen 210 7   16
293 In das Herz des größten Weltbezwingers 206 3    
402 Ein jeder hat es, im Grabe liegt es,        
578 Mein Erstes ist nicht die Sonne 103 24   2
622 Gutes Gehör braucht seltner als andre das Erste zu fragen 123      
649 Wohl dem Jüngling, dessen Erste so sein Zweites ist, 124 1 385  
655 Die beiden ersten Silben sind das Inwendige vom Auswendigen 216 10    
657 Wenn man das erste auf das zweite setzt 215 2    
663 Für mich allein bin ich ein gar vieldeutig Wesen 106 13   5
668 Durchs erste glaubte man die Zukunft sonst zu deuten 104 15 386 3
676 Was in dem ersten Paar du hattest, 120 6 387 9
685 Aus eines Gottes Missgeschick 127 4   10
686 Fest umschlungen von den beiden ersten 202 31   12
695 Als der Reiter aus der ersten auf die Erde fiel 207 34 390  
718 Der Mensch mit regem Fleiß, mit Tätigkeit und Kraft 214 11    
729 Durch dunkle Nacht drängt sich das erste Silbenpaar 126 4    
740 Das erste sollst du sein, das zweit' bist du gewesen, 128 17    
746 Die beiden ersten helfen fliegen, 105 18   4
759 Sie ward vordem im Traume gesehen   20    
762 Wenn dich auf rauem Pfad die erste schreckt 212 22    
766 Das Erste kennst Du als der Charitinnen Spiel 102      
766 Mein Erstes ist der Charitinnen Spiel   23    
807 Zum ersten fügt "schau wem" ein altes Sprichwort zu 125 25    
816 Heulend kommt die erste nur heran 117 28    
829 Wie Freundschaft gern die erste reicht beim Scheiden 114 33    
886 Wer wie die Erste steht, ist zu beneiden 121      
908 War ein Tempel in Rom das Erste 217      
912 Den Reiter schützt, den Reiter ziert   19    
919 Oh schönes Nummer eins! In dir ist wahres Leben   21    
937 Meine letzten zwei, ihr Herrn 113 35   7
953 Nicht mehr straft man wie sonst die ersten zwei 110 29    
1404 Blumen geraubt ist die erst' 109   384  
1419 Im ersten ruht das Herz 107   388  
1432 Öffentlich macht ihr das Erste 116   389  
1447 Die Erste müsst ihr euch bequemen 115     8
1460 Aus zarten Blumen wir das Erste zubereitet 101     1
1641 Mein Zweites thront auf Süßigkeit 129      
1652 Die Erste treibt der schwanken Äste viel 111      
1661 Nimmst du die erst' als Hund 118      
1673 Über das Ganze wird oft von den Knaben noch kämpfend 122      
1685 Die erste wird gepresst, die Zweite wird gerollt 119      
1696 Setz zum ersten "le", dann stell's in deine Küche 112      
1801 O schönes Nr. Eins! In Dir ist wahres Leben; 211      
1815 Mich bedarf wohl jede Sache 209      
2803 Nimmst du mir mit, so töt' ich dich, Sonst findet man 218      
2812 Gib mir die Erste, ich geb' Dir die Zweite Und lasse 213      
2821 Als Jambus erfreulich, Als Trochäus abscheulich. 219      
2835 Wie Zweite ist beständig, die Erste ein Pfeil, 220      
2844 Der Reiter schützt, den Reiter ziert, 221      

FS ist die Nummer des Rätsels in Schleiermacher's Räthsel und Charaden (s.o.). Das Buch hat drei Kapitel; die Nummerierung beginnt in jedem Kapitel bei 1. Hier sind die Rätsel fortlaufend nummeriert: 101~199 sind die Rätsel aus Kapitel 1 und 201~299 die aus Kapitel 2. Kapitel 3 enthält keine eigenen Rätsel, sondern Textvarianten der Rätsel in Kapitel 1 und 2.

Einige Rätsel finden sich nicht in dem Büchlein, sondern stammen aus diversen Rätselsammlungen. Es kann sein, dass diese Rätsel in der zweiten vermehrten Auflage stehen, die wir allerdings nicht besitzen. Oder dass diese Rätsel fälschlich Schleiermacher zugeschrieben wurden.

JD ist die Nummer des Rätsels bei Jürgen Dahl, "Ich sag dir nicht, was ich Dir Sage"

UB ist die Nummer des Rätsels bei Ulrich Bentzien, "Der Rätselkasten"

VS ist die Nummer des Rätsels bei Volker Schupp, "Deutsches Rätselbuch"

Nr. 8 hat Jürgen Dahl fälschlicherweise Friedrich Schleiermacher zugeordnet; tatsächlich stallt dieses Rätsel von Friedrich Rückert (Nr. 42 bei uns).

Vorwort von "Räthsel und Charaden"

Seit der ersten Aufführung von Schillers Turandot (30. Januar 1802) hatte in dem Weimarschen Kreise das Interesse an Rätseln sich dergestalt gesteigert, dass Goethe in dem vom 15. Februar 1802 datierten Aufsatz »Weimarsches .Hoftheater« schrieb: »So haben wir bei Turandot die angenehme Wirkung schon erfahren, dass unser Publikum sich beschäftigt, selbst Rätsel auszudenken, und wir werden wahrscheinlich Hei jeder Vorstellung im Falle sein, die Prinzessin, mit neuen Aufgaben gerüstet, erscheinen zu lassen« Die sechs Versuche Goethes in dieser Dichtart stammen größtenteils aus dieser Zeit. Er selbst lieferte für die zweite Ausführung des obigen Stückes ein Rätsel, und es ist bekannt genug, dass er noch im Jahre 1807, während seines Aufenthaltes in Jena, mit Zacharias Werner in Sonetten und Scharaden wetteiferte.

Diese von Weimar ausgehende Anregung belebte bald die anspruchsvolle Geselligkeit der Geistreichen aller Orten.

Dass Friedrich Schleiermacher in dem nahegelegenen Halle, wo er seit 1805 lehrte, den dortigen geselligen Verkehr, besonders im Reichardt'schen Hause, durch geistreiche Verwertung der »Mode« gewordenen Rätsel anmutig zu würzen bemüht war, ist nach der Art seines Wesens leicht zu begreifen. Derartige geistreiche dialektische Spiele waren im Ernst und Scherz stets seine Liebhaberei, vielleicht seine Lebensklugheit, später, im Drange der theologischen Meinungen sogar seine Rettung. Dem feinen Attizismus seines sokratischen Wesens war gerade diese geistige Belebung der Geselligkeit besonders gemäß, und es braucht als all- gemein bekannt nicht erwähnt zu werden, dass seine Rätsel-Improvisationen aus der kleinen Universitätsstadt sich über ganz Deutschland verbreiteten. Sein Ruf als geistreicher Rätsel- und Scharadendichter ersten Ranges war schon fest gegründet, als er 1807 dem Rufe nach Berlin folgte. In der Hauptstadt, wo er hochgeehrt und hochgefeiert bis zu seinem Tode den Mittelpunkt der »Aristokratie der. Geistreichen« bildete, war man eifrigst bemüht, den kleinen geselligen Impromptus in der ihm liebgewordenen Dichtart die weiteste Verbreitung zu verschaffen. Aber wenige nur sind den Nachlebenden erhalten in verschollenen Taschenbüchern und Musen-Almanachen, und noch wenigere durch mündliche Überlieferung.

Von den in der hier gebotenen Sammlung enthaltenen sind die ersten siebenundzwanzig Scharaden bereits gedruckt und authentisch, die übrigen apokryph. Die am Schlusse beigegebenen Varianten enthalten die früheren Lesearten, welche erst viele Jahre später die im Texte mitgeteilte Reduktion durch Schleiermacher selbst erfuhren.