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Delphi

von Alfred Neumann

Das Rätselwerk von Alfred Neumann ist sehr umfangreich, daher haben wir jedem Buch eine eigene Seite gewidmet:

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Delphi

Neue Rätsel-Dichtungen

Verlag: Saturn Verlag, Wien
Datum:
Seiten: 172
280 Rätselgedichte mit Lösungen auf einem Beiblatt. Alle Rätsel sind von Neumann selbst verfasst und wahrscheinlich Erstveröffentlichungen.

Lexikon

Das Orakel von Delphi war eine Weissagungsstätte des antiken Griechenlands. Sie befand sich am Hang des Parnass bei der Stadt Delphi in der Landschaft Phokis. Die Kultstätte von Delphi mit dem Orakel war die wichtigste der hellenischen Welt und bestand bis in die Spätantike. [Wikipedia]

Die Orakelsprüche waren meist nicht klar, sondern vielmehr eher rätselhaft und konnten vom Fragesteller so oder so interpretiert werden. [Im Gegensatz dazu haben die Rätsel Neumanns hoffentlich eine eindeutige Lösung.]

Copyright

Wir veröffentlichen die Rätsels Alfred Neumanns mit freundlicher Genehmigung von

Alfred Kim Guggenheim
675 North Bundy Drive
Los Angeles, California 90049, USA

Mail: kimguggenheim(at)gmail.com

dem Inhaber der Autorenrechte an den Werken von Alfred Neumann:

Rätsel aus »Delphi«

Falls Sie Javascript aktiviert haben, können Sie die folgende Tabelle sortieren, indem Sie auf eine Spaltenüberschrift klicken.

# Erste Zeilen des Rätsels
9505 Auf deinem Lager ruhst du, Kind der weiten Fernen, R-11
9527 In einem Sinne bin ich scharf und steche dich. Im H-12
9533 Erblickst du mich im erstgedachten Sinn, So hüpft vor H-33
9546 Nimm mich zuerst als Adjektiv, Dann geb ich deutlich Hi-57
9568 Das Schwein so froh Zum ersten läuft Und frisst und S-09
9590 Des Fischweibs stärkste Qualität, Des wüsten Schimpf S-34
9605 Zum Schutz und Schirm ist erster Rätselteil bestellt, Si-05
9619 Metall, dem bloß ein Kellner das Geleite gibt: Ein Si-07
9622 Ein nützliches Geschöpf, zumeist schon angeschirrt, P-05
9634 Nimm eine chemische Substanz, die »1« enthält, Und L-12
9670 Das Wort, das alle uns umfasst, Es hat ein »t« an L-47
9687 Substanz, die mancher Wunde Heilung beut, Birgt ein K-13
9703 Gewächs, das meist im Süden zu erschauen, Wird A-03
9716 Ein Etwas, das nicht ganz verbürgt und das ein A-31
9732 »1, ihr lieben Kinder!«, rief der gute Lehrer, als er in F-09
9745 »Er kam zu mir in seiner Locken Pracht Und dacht, er F-16
9770 Ein sonderbar Gebilde bin ich, komm gezogen, Nur R-04
9781 Nun quälen sie nicht länger dich, die dich umgeben R-22
9811 Von Gras bedeckt, liegt's vor dir ausgebreitet, Dem H-20
9845 Du kannst als Umstandswort mich brauchen, Ich bin H-38
9858 Unermessliches musst in den Sinn zuerst du rufen, S-01
9869 In fremder Sprache »für«, dann ein Gewicht, Das S-15
9897 Löst du den ersten Teil von seinem Bruderteile, So S-45
9880 Ein Mineral nimm, das Metall enthält, Dann hast den Si-14
9909 Man geht auf ihn, den ersten, und man spielt mit ihm Si-32
9920 Mit »a« ist's höhere Macht, berückend und gefährlich, L-08
9944 Nachdem es ihm gedient, warf es der Dichter fort, L-23
9952 Dort steht ein mächtger Baum, er birgt ein »d« in sich L-46
9971 Das Kapselwort bedeckt barmherzig jenen wüsten K-06
9986 Ein Pelz, der tüchtig auseinanderfällt (Das Anagramm, A-04

# ist die Nummer des Rätsels hier bei uns;

ist die Nummer des Rätsels in Rhodus von 1937. Die Rätsel sind kapitelweise nummeriert: R-xx (Sinnrätsel), H-xx (Homonyme), S-xx (Scharaden), Si-xx (Scharadoide), Sx-xx (Verdopplungsscharadoiden), L-xx (Logogriphe und Steigerungsrätsel), F-xx (Füllrätsel), A-xx (Anagramme), P-xx (Palindrome), K-xx (Kernrätsel, von Neumann als Kapselrätsel bezeichnet.)

Vorwort

Die Einbegleitungen zu meinen bisher erschienenen Rätselbüchern »Sa'is«, »Rätseldichtungen« und »Tunkai« entheben mich der Aufgabe, zu »Delphi« eine besondere Vorrede zu schreiben: Alles, was schon früher gesagt wurde, darf und kann auch für das neue Buch gelten.

Nur eine Bemerkung sei mir gestattet, die sich auf die von mir erdachten »Ziffern-Füllrätsel« bezieht: Da ihre Struktur vielfach zu jokosen Darstellungen führt und hierzu naturgemäß geradezu verleitet, habe ich eine eigene Figur geschaffen, der ich bizarre und skurrile Dinge in den Mund lege, die aber mein Geschöpf mit einem durch nichts zu erschütternden Ernst vorbringt. Es ist dies der sogenannte »Gute Lehrer«, der sein Unwesen auch schon in den Vorläufern von »Delphi« getrieben hat, der Liebling seiner kleinen Schüler, die er wie Erwachsene behandelt, und denen er in naiv-gewundenen und altvaterischen Reden die seltsamsten, oft nicht gerade für Kinderseelen bestimmten Dinge beibringt.

Der »Gute Lehrer« hat sich, wie sein geistiger Vater mit Freude und Stolz von ihm sagen darf, bisher schon viele gute Freunde erworben. Sie würden ihn allerdings, falls er wirklich leben würde, nicht gerade zum Erzieher ihrer Kinder

Darf ich hoffen, dass dem »Guten Lehrer« auch bei seinem neuerlichen Auftreten (er hat unterdessen Verschiedenes für seine kleinen Zöglinge vorbereitet), sein bisheriges Glück treu bleiben wird? Und dass ein wenig von diesem Glück auch den übrigen Teilen des neuen Buches beschieden sein wird?

Wien, im Juni 1936

DR. ALFRED NEUMANN

Motto

Nehmt dies mein neues Buch mit Freundlichkeit entgegen
Und lasst es mich getrost in eure Hände legen,
Ich schuf es ja für euch und nicht für mich!

Für euch nur dacht an Rätsel ich auf meinen Wegen;
Wenn schwer das Raten fällt, wollt keine Ungunst hegen,
Er schmerzt nicht lang, der Geistesklinge Stich!

Du aber, du mein Buch, nimm deines Vaters Segen,
Spann deine Flügel, um sie spielend zu bewegen,
Grüß deine Brüder und bewähre dich!

A. N.

Pressestimmen

Walter Horwitz in der »Wiener Zeitung«

In kurzer Zeit hat Alfred Neumann sein viertes Rätselbuch erscheinen lassen. Hunderte neuer Scharaden, Anagramme und Füllrätsel stehen zur Unterhaltung der stetig wachsenden Leser- und Lösergemeinde bereit. Das Unwahrscheinliche und Bewundernswerte aber: neue Worte und Ideen! Interessant die Sammlung der vom Autor erdachten Ziffernfüllrätsel, die von einer neu er dachten Figur, dem „guten Lehrer", humorvoll aufgegeben werden. Alle Rätsel sind ziemlich schwierig, verlangen vom Löser ein bestimmtes Maß an Wissen, allgemeiner Bildung, Kenntnis des Englischen, Französischen und Lateinischen und sind eben dadurch reizvoll. Da Neumann als feinsinniger Nachdichter ausländischer Lyrik bekannt ist, so ist auch für die poetische Form der Rätsel vorgesorgt. Der Autor hat sich diesmal wirklich redlich Mühe gegeben; das bezeugen die zweiundzwanzig Sinnrätsel, die das Buch einleiten. Ist doch das Sinnrätsel die älteste, edelste, aber auch für den Verfasser schwierigste Form des Rätsels, das auf alle sprachlichen und schriftlichen Hilfen verzichtet und seinen Gegenstand nur bildlich oder logisch andeutet — häufig beides zugleich. Deshalb reiht sich auch dieses neue Werk würdig an seine Vorgänger an — der Erfolg wird nicht ausbleiben.

Gerty Fuchs im »Neuen Wiener Abendblatt«

In der Reihe der vom Saturn-Verlag herausgegebenen Rätseldichtungen Dr. Alfred Neumanns ist als vierter Band vor kurzem »Delphi" erschienen. Neumann, der das Verdienst für sich in Anspruch nehmen darf, bei der Wiedererweckung der klassischen Rätselformen sehr tätig mitgewirkt zu haben, zeigt hier wieder seine anerkannte Meisterschaft. So wie in seinen ersten Büchern »Sais«, »Rätseldichtungen« und »Tunkai« sind auch in Neumanns jüngstem Werk Konzeption und Form so reizvoll zusammengefasst, dass beinahe ein neuer Stil entstanden ist. In »Delphi" findet man aber keine kleinen Rätselplänkeleien, es sind zum Teil recht komplizierte Probleme, die hier der Lösung harren, und es ist eine sehr ernsthafte geistige Auseinandersetzung notwendig, bis man an diese herankommt. Allerdings gibt es auch wieder Amüsantes in jeder Form. Neumann hat mit »Delphi" jedenfalls eine imponierende Probe seiner Vielseitigkeit gegeben und seinen Platz in der ersten Reihe der modernen Rätseldichter neuerlich gefestigt.

Dr. W. B.  in der  »Grazer Tagespost«

Der neue Rätselband Alfred Neumanns zeigt mit seinen älteren Brüdern große Familienähnlichkeit. Er zeugt auch ebenso wie die früheren Bände vom reichen Wissen und dem geistvollen Witz seines Verfassers. Auch das vorliegende Werk wird wieder wie die anderen als Zeitvertreib und Mittel zur Schärfung der Denkfähigkeit während der langen Winterabende willkommen sein.

»Medizinische Rundschau"

Der Verfasser ist bei den klassischen Rätseldichtern, wie Brentano und Schiller, in die Schule gegangen und hat seine Vorbilder nicht nur erreicht, sondern — man darf es ruhig sagen —- sogar übertroffen. Dies ist nun schon das vierte Rätselbuch dieses ebenso geistvollen als erfindungsreichen und produktiven Kopfes. Alles, was er an Scharaden, Homonymen, Palindromen, Anagrammen, Sinn-, Buchstaben- und Silbenrätseln bietet, ist klug ersonnen und poetisch in der Form. Das hohe Bildungsniveau und die Vielfalt des Gebotenen sind geradezu imponierend. »Delphi« wird allen Freunden nicht immer leicht zu lösender Denkaufgaben angenehme Zerstreuung und geistige Anregung bieten. —tz.