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Alois Cobres

Uns sind keine verlässlichen biographischen Daten von Alois Cobres bekannt, außer dass er zumindest zeitweise in Augsburg und Landsberg gelebt und vier Büchlein mit Rätseln verfasst hat.

Im Augsburger Stadtlexikon findet man jedenfalls einen Joseph Paul Ritter von Cobres, *1737 (?) in Venedig, † vor 1825 in Göggingen, der einen Sohn Alois hatte.

Alois Cobres hat sich (zumindest im ersten Band) nicht direkt als Verfasser der Rätsel bezeichnet, so dass der Eindruck entstehen könnte, er sei nur der Herausgeber. Aber in den letzten vier zusammengehörenden Rätseln 1031, 1053, 1041 und 1015 (in dieser Reihenfolge) tut er es doch – verschlüsselt, wie es sich für einen Rätselautor gehört.

 

Charaden, Wort-, Sylben- und Buchstaben-Räthsel

zur angenehmen Unterhaltung in Ruhestunden

1. Heft

Verlag: Auf Kosten des Verfassers Gedruckt und zu haben bei Joseph Rist, Augsburg
Datum:
Seiten: 80
Das Buch enthält 50 Rätsel aus der Feder von Cobres mit Lösungen.

Zu den Rätseln

 

Charaden, Wort-, Sylben- und Buchstaben-Räthsel

zur angenehmen Unterhaltung in Ruhestunden

2. Heft

Verlag: Auf Kosten des Verfassers Gedruckt und zu haben bei Joseph Rösl, Augsburg
Datum:
Seiten: 94
Das Buch enthält 50 Rätsel aus der Feder von Cobres mit Lösungen.

Zu den Rätseln

 

Charaden, Wort-, Sylben- und Buchstaben-Räthsel

zur angenehmen Unterhaltung in Ruhestunden

3. Heft

Verlag: Auf Kosten des Verfassers gedruckt bei Karl Heinrich Kirchner, im Selbstverlag des Verfassers, Landsberg
Datum:
Seiten: 112
Das Buch enthält 50 Rätsel aus der Feder von Cobres mit Lösungen.

Zu den Rätseln

 

Charaden, Wort-, Sylben- und Buchstaben-Räthsel

zur angenehmen Unterhaltung in Ruhestunden

4. Heft

Verlag: Auf Kosten des Verfassers gedruckt bei Karl Heinrich Kirchner, im Selbstverlag des Verfassers, Landsberg
Datum:
Seiten: 100
Das Buch enthält 50 Rätsel aus der Feder von Cobres mit Lösungen.

Zu den Rätseln

 

Quellen und Copyright

Die Hefte sind frei im Internet bei Google als PDF verfügbar (für alle, die Fraktur lesen können): Heft 1, Heft 2, Heft 3, Heft 4.

Die Werke sind gemeinfrei, da der Verfasser vor mehr als 70 Jahren verstorben ist.

1. Heft

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# Erste Zeilen des Rätsels
84 Sobald man nur vom Gelde spricht Verlangt die Erste 1
228 Was dir die erste Silbe sagt Das liebt man nicht beim Bier 11
372 Der Weise liebt den Überfluss Der Ersten nicht, in hundert 35
513 Phyllis! seufzte Seladon! Phyllis! willst du mich 34
532 Tod und Elend, Jammer und Verderben Durch des Wortes 36
562 Wo eilst du hin, mein Pelanor! Voll Ungeduld am frühsten 40
579 Wie? so ganz allein, verlassen Wandelt Sylvia im Tal, 32
640 Der Mensch, der mit Geduld des Schicksals böse Launen 13
850 Mit der ersten Silbe laut Ist das Wiegenkind vertraut. 16
878 Der Bettler, wie der Kaiser, spricht Entziehe, Herr! Die Erste 22
979 Die Erste, und Zweite, das glaubst Du wohl nicht So, wie 17
1008 Lässt sich wohl von großen Sünden Hässlicher noch eine 21
1014 In der Unschuld festlich schönem Kleide Macht die Erste 41
1015 Was suchte wohl durch viele Kriege Und Schlachten einst 50
1018 Das erste Paar besitzt der Hase Doch frisst er nicht damit 29
1021 Unbegreiflich, wunderbar Ohne Haut, und ohne Haar 30
1027 Das erste Wort, das Philosophen Vergebens zu ergründen 42
1031 Am Schlüsse möchtest du wohl kennen Den Dichter, der 47
1034 Nicht selten machen alte Gecken Den Schönen Liebe zu 26
1039 In des Ätna fürchterlichen Schlünden Kannst du stets die 28
1041 Der reiche Erbe einer Tonne Von Golde, doch im Köpft leer 49
1045 Der reizende Frühling, der liebliche Mai; Sie führen des 27
1052 Von Begierde sich zu bilden Aus des Vaterlands Gefilden 43
1053 Die erste Silbe zu erklären Ist schwerer, als so mancher 48
1058 Wird nur ein N noch beigesetzt Zur ersten Silbe, ja dann 9
1061 Ein Nero, Diokletian, Und wie sie alle heißen, Was waren 18
1070 Entsetzen, Seelenangst, und Schrecken Versteht die Erste 20
1076 Die Erste wird für Groß und Klein Auch stets die liebste 4
1081 Wenn des Mondes blasser Schimmer Sanft die finstere 7
1089 Zur eisten Silbe setze du Nur noch ein H, und E hinzu. 8
1094 Die beste Gabe von der Welt Wenn sie der Schöpfer uns 15
1100 Sobald nur im Frühling in reißender Pracht Die Erde zum 10
1105 Hippokrates der weise Mann Dem Mediziner viel 46
1110 Wort! du bist ein wahrer Grobian Der nichts anders, als nur 45
1111 Sind alle beisammen wir Fünf an der Zahl So streben die 19
1116 Man sieht – wem ist es unbekannt? Die Menschen fast ihr 44
5602 Erste Silbe! deine Kraft Nimmt seit Jahren ziemlich ab. 12
5652 Der Ersten honigsüße Gaben Erteilt den Menschen, sich zu 31
5693 Dem Ersten ähnlich ist die Maus, Die Schnecke, und ihr 24
5718 Die Erste weiß Küche und Keller zu leeren, Man muss sie 14
5731 Das erste Paar Silben bezeichnet die Trägen, Die niemals 3
5766 Die Knaben, und Mädchen, das lustige Kind Vermissen 23
5785 Es prangt mit ihm der stolze Brite In Schriften, wie auch, 33
7359 Kann der Stolz, die Eitelkeit verlangen Mit der Ersten 39
7377 Aus der Erde tiefem Schoß Gräbt der Mensch die Erste aus, 2
7395 Ein Doktor fragte einen Blinden, Du möchtest wohl dein 37
7420 Löwen, Tiger, Leoparden, Krokodille, Wölfe, Bären, Wilde 5
7444 Die Erste klärt in allen Sprachen Den Menschen auf, doch 38
7473 Ein Herz von Menschenliebe voll, Das gern der Armen 6
7488 Das Wort errate mir, mein Leser! das ich meine. Es ist für 25

# ist die Nummer des Rätsels hier bei uns; ist die Nummer bei Cobres.

Vorrede zum 1. Heft

An die Herren Rezensenten, Kritiker und Leser dieser Gedichte.

Der Juwelier hat Edelsteine
An Werth verschieden, große, kleine.
Er ist besorgt für jeden Stand.
Der Eine findet an Rubinen Vergnügen,
einem aber dienen
Topase nur, ein Brillant.

Die Fürstin wählt sich Diamanten,
Die Dirne aber den bekannten
Kristall aus Böhmen emsig aus;
Es nehmen Reiche, Standspersonen,
Und viele, die das Geld nicht schonen,
Zum Prangen Perlen mit nach Haus.

Der Jaspis findet seine Leute,
Der Amethyst macht vielen Freude,
Und manche schätzen den Achat.
Ein jeder wählt nach seinen Launen,
Und pflegt behaglich anzustaunen
Nur das, was er am liebsten hat.

Das Mädchen hat an den Korallen,
Der Mann am Chrisolit Gefallen,
Und jedes nimmt, was ihm gefällt.
So geht's dem Dichter bei Gedichten:
Er weiß nach allen sich zu richten,
Wenn er den Stoff zu selben wählt.

Dem Bösen muss er durch Satiren
Das Laster zu Gemüte führen.
Der liebt den Witz, der die Moral.
Er ist bemüht in allen Arten
Von Formen Lesern aufzuwarten
Und sorgt für jedermannes Wahl.

Der Eine liebt nur, was erhaben.
Und groß gedacht ist, der die Gaben
Des leichten Vortrags, Flüssigkeit:
Den Dritten freut es, wenn im Stile
Die frohe Laune herrscht, und viele
Vertreiben nur damit die Zeit.

Als wie die Blumen in dem Garten
Auf Hände, die sie pflücken, warten,
So wagt bescheiden sich ans Licht
Die Blumenlese von Gedichten,
Und ist (auf Lob muss sie verzichten,)
Zufrieden schon, missfällt sie nicht.

Soll auch der Leser der Narzissen,
Der stolzen Rose Pracht vermissen,
So pflückt er das Vergissmeinnicht,
Dem es nur wuchernd an den Bächen,
An Garten Blumen sich zu rächen
An Reih, und Schönheit nicht gebricht.

Nicht Tulpen nur, und Hyazinthen,
Das Veilchen, die Primellen finden
Verehrer auch in großer Zahl.
Es zieren nicht allein der Großen
Gepflegte Garten Tuberosen.
Es prangt mit Blumen auch das Tal.

Ein jedes Blümchen macht Vergnügen,
Mag es am öden Wege liegen;
Denn es verrät doch immer Kunst
Nun Leser trachte auszuwählen,
Und schenke, dieses soll nicht fehlen.
Mir deine Nachsicht, deine Gunst.

 

2. Heft

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# Erste Zeilen des Rätsels
     
     
     

# ist die Nummer des Rätsels hier bei uns; ist die Nummer bei Cobres.

Vorrede zum 2. Heft

An die Herren Rezensenten, Kritiker, und Leser dieser Gedichte.

Es trägt ein jeder Baum die ihm nur eigne Frucht,
Die Eiche keine Birn, die Buche nicht Limonen,
D'rum, wer nur, was er kann, nicht mehr zu geben sucht.
Den soll der Kritiker zu große Rüge schonen:
Wer aber Witz, Talent, mehr Fülle, Schwung, und Kraft
Im Ausdruck hat, der mag durch Proben andre lehren.
Wie man Vergnügen, und Genuss dem Leser schafft,
Man würde sie mit Dank benützend würdig ehren.

Landsberg im Monat Jänner 2823.

Alois Cobres

3. Heft

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# Erste Zeilen des Rätsels
1133 Wenn des Waldes Sänger uns verlassen Schon die 2
1142 Man legt dem Mädchen bei der Taufe Das Rätselwort als 3
1149 Nach dem Ersten greift am frühen Morgen Wenn es kaum 4
1156 Es nahm die Speisen, die Getränke, Ja selbst das 5
1168 In den Hütten, wo an kahlen Wänden Kein Gemälde, selbst 6
1176 Es war in einer kleinen Stadt, Doch nein, sie ist von zweiter 7
1188 Du kannst mit des Wortes vier kräftigen Zeichen In jeder 8
1197 Diebe, die sich andre auszurauben, Schlechte Mittel sich, 9
2116 Springen mit dem Dolche, mit Pistolen Mörder aus dem 13
2121 Will sich ein Freund hinweg begeben Von dir, und ist er gar 31
2130 Freund! zernichten böse Menschen schadenfroh dir deine 50
2139 Als wie die Zweite ist die Erste, So weiß, wie frisch 44
2150 Deine Wissbegierde hoch zu spannen, Will ich schildern 20
2154 Einen Vogel will ich dir beschreiben, In Europa darfst du 34
2185 Ein junges Mädchen trug ein Kind, Am Arm? wer wird so 10
2189 Es ist auf dieser Welt des Menschen ganzes Leben Nichts 30
2193 Greift das Erste eilend zu den Waffen, Spricht es trotzig 47
2198 Mit Vernunft begabter Mensch! erröte, Dich beherrscht 25
3118 Das Erste ist ein Element, Das Zweite liebt der Bräutigam, 21
3134 Kannst du an heißen Sommertagen Kaum mehr den 33
3160 Folge mir; die Erste aufzusuchen, Nimm den Wanderstab 45
3179 Scio wird der Nachwelt es beweisen, Was der sittenlose 29
3195 So sehr die Erste übel kleidet, Und keinen man um sie 16
3211 Armer Mensch! der Musik-Harmonien, Der Gesang, der 41
3232 Scheußlich ist das Wort, es auszuüben Sucht Gelegenheit 27
3253 Soll ich jahrelang vergebens warten Meister Jakob! auf 15
3276 Es lässt das Erste sich vergleichen Sehr wahr mit dem 26
3299 Stets im Widerspruch, und nie zufrieden, Ist der 11
3305 Wo man Kakadu, und Elefanten, Löwen, Tiger, und 32
3327 Der Prediger am Predigt Stuhle, Der Vater in der Kinder 19
3402 Es ist das erste Wort, wer wird es wohl bestreiten? Wo es 49
3425 Das erste Wort ist dir bekannt Als eine nur geringe Zahl 35
3452 Ertönen aufs neue die künstlichen Lieder Der Wälder 39
4410 Der Arme speise an Sommertagen, Wenn ihm ein guter 12
4415 Verachtung ist das Los bei allen Nationen, Womit man 23
4432 Herbei ihr Stutzer! dumme Laffen! Herbei zu einem 37
4446 Ein Wort, das alle Menschenklassen Der Bettler, wie der 28
4453 Babette trug die schönsten Tassen Von einer großen 58
4560 An der Spitze seiner Kameraden Ruckt der tapfre General 38
4576 Wenn ein Mädchen in des Lenzes Jahren Sich vor Jugend 22
4589 Es wird das erste Wort von Allen Sehr viel gebraucht 24
5615 Sei aufmerksam studierte Jugend! Ein Wort, bald gut, bald 46
5639 Wo man, in der Kälte auszuharren, Sich mit Pelzen gut 36
5705 Ein Rätselwort will ich besingen, Ihr Musen! schenkt mir 14
5753 Man teilt nicht immer den Talenten, Und dem Verdienst 40
7211 Man muss, das Rätselwort zu finden, Das ziemlich viele 1
7224 Prächtig ziert das Rätselwort den Garten Auf Latein, allein 43
7269 Ein Doktor griff dem Patienten, Der alt, und sehr 42
7287 Auf die Fürsten Tafel es zu bringen Sucht das erste Paar 18
7315 Es reizt zum Besuche das liebliche Wort Den müßigen 17

# ist die Nummer des Rätsels hier bei uns; ist die Nummer bei Cobres.

Vorrede zum 3. Heft

An die Herren Rezensenten, Kritiker und Leser dieser Gedichte verschiedenen Inhalts

Endlich Leser! geht doch auch zu Ende
Der Scharaden nicht geringe Zahl,
Füllen sie schon nicht gelehrte Bände,
Zeigt ihr Inhalt doch Satir', Moral.

Der Botaniker, die Moralisten,
Mediziner, selbst der Philosoph,
Anatomen, gut' und schlechte Christen,
Jeder findet, viel zu rächen, Stoff.

Von dem Bettler hin bis zum Regenten
Ist ein Rätsel jedem angepasst,
Doch auf sich die Winke anzuwenden,
Ist wohl eine Sache, die man hasst.

Schwelger, faule Müßiggänger sehen,
Wie in einem Spiegel die Gestalt,
Die, sie mögen sie; wie immer, drehen,
Hassenswert, und grell ihr Laster mahlt.

Bald ein Tier, bald eins der Elemente
Folgen auf einander ans den Fuß,
Jetzt erscheint ein Fisch, nun eine Ente,
Späterhin die Gans, darauf ein Fluss.

Wie die Gegenstande, ist verschieden,
Kürzer, länger, auch das Silbenmaß,
lauter Jamben würden nur ermüden,
Auch Trochäen liefern manchen Spaß.

Zweimal gab ich mich den scharfen Rügen,
Zweimal schon der Leser Kritik preis,
Mancher las M Sammlung mit Vergnügen,
Mancher aber gab sich allen Fleiß.

Sie aus vollem Halse zu verschreien,
Den Verfasser leite nur ein Hang
Zu Moralisieren, und es stehen
Die Scharade größtenteils zu lang.

Wohl zu lang für den, der von Gedichten
Dieser Art nur Zeitvertreib verlangt,
Ohne auf Satir' den Blick zu richten,
Immer steif an alte  Formen hangt.

Soll es denn nicht eine Ausnahm leiden
Von er Regel, wenn man Rätsel schriebt?
Nicht erlaubt sein, selbe so zu kleiden
Wie die Mode jetzt ihr Wesen treibt?

Ohne neue formen sind sie trocken,
Bieten wenig Interesse dar,
Und der Dichte läuft, gar bald zu stocken
Mit dem ew'gen Einerlei, Gefahr.

Bilder müssen Leser stets umschweben,
Wechsel ist es, was ein jeder liebt,
Die Erzählung gibt dem Rätsel Leben,
Da es den Verstand des Leser übt.

Gibt es mancher Stände schlechte Seite
Dem Gelächter, der Verachtung bloß,
Trift den Dieb, das Freudenmädchen heute.
Morgen den Verschwender dieses Los.

Schämt der blasse Neid sich seiner Blöße,
Die dem Leser es vor Augen stellt,
Teilt es aus nicht sanfte Rippenstöße,
Die der Geiz, der Wucherer erhält.

Denke: die Satiriker erkennen
Wenn sie schreiben, ihres Amtes Pflicht,
Denn, wem ist es unbekannt? sie nennen
Wohl den Stand, doch die Personen nicht.

Fände sich von ihnen auch getroffen
Harpagon, so ist er still und schweigt,
Weil man, würde er beschämt verhoffen,
Überall mit Fingern auf ihn zeigt.

Will der Stolz sein freches Haupt erheben,
Blickt er andre mit Verachtung an,
Schildert jener ihn ganz nach dem Leben,
Geißelt dessen lächerlichen Wahn.

Frei und kräftig wählt mit grellen Farben
Schonungslos des Lasterhaften Bild
Kühn der Dichter, und enthält die Narben
Schlechter Herzen, wo es Wahrheit gilt.

Öfter trifft mein Tadel euch ihr Schönen,
Denn ich liebe Schmeicheleien nicht,
Doch ihr werdet euch mit mir versöhnen,
Euer Leb auch meldet mein Gedicht.

Sieht man euch die Treue frech verletzen,
Seid ihr zänkisch, liebt ihr Klatscherei,
Welcher Ehrenmann wird euch dann schätzen
Ohne unverschämte Heuchelei.

Doch der Tugend schone Muster würzen
Dieses Lebens kurzen Aufenthalt,
Fromm und häuslich sind sie, und verkürzen
Sich die Zeit mit Arbeit jung, und alt.

Treu der Wahrheit treffen meine Pfeile
Oft der Laster teuflisches Geschlecht
Unparteiisch, denn so manche Zeile
gibt dem Dichter selbst nicht immer Recht.

Nun, verehrter Leser! eine Bitte:
Mich von dir zu trennen ist bestimmt,
Allgemein, und löblich ist die Sitte, 
Dass man von einander Abschied nimmt..

Darf ich sie, die kleine Bitte wagen,
Die mir aus des Herzens Tiefe fließt?
O, dann wird sie dir das Blümchen sagen,
Das mein dritt- und letztes Heft beschließt.

Landsberg, im Monat März, 1828.

4. Heft

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# Erste Zeilen des Rätsels
2010 Das Erste ist ein Freund der Nacht Und hält es mit den 1
2021 Gleich packe dich mit dem Roman! Heißt dass die 15
2032 Die närrischen Menschen! wer sollte es meinen? Sie 41
2060 Das Erste ist eine der köstlichen Früchten Des Feldes, 21
2061 Wenn der Mond in seiner vollen Pracht Majestätisch um 6
2069 Fehlt das Erste auf Latein den Speisen, Schmecken sie 30
2084 Lange lastet schon auf den Geschäften Schwer das Erste 46
2093 Fürsten! Soll das erste Wort euch schmücken, Fraget die 34
2098 Wer muss der Kritik Geisel fühlen, Die alles zu verstehen 11
2809 In der Enkel Herzen eingegraben Bleibt das Erste, denn 32
2820 Sollst du nie der Völker Glück begründen? Nie der stets 50
2827 Das Erste scheint allein für Menschen sich zu schicken, 22
2836 Wo aus mein junger Springinsfeld? Ich eile in die weite 13
2848 Ich bin, mein Sohn! so sprach ein Greis, Das erste Wort, 23
2852 Das Erste ist die ganze Welt, So weit die Sterne reichen 7
2861 Ein Wort voll Hochmut, aufgeblasen, Das Werkzeug wilder 47
2873 Liebst du deine Ruhe Mann! verzichte Auf das Erste, lese 26
2885 Siehst du immer deine Pläne scheitern, Hat ergriffen dich 12
2897 Verrat das Erste Dürftigkeit, Verlierst du es in einer 25
3349 Ein Stutzer ließ den Schneider kommen, Mein Herr! nur 9
3370 Seitdem mein alter Mann, der Bader Entschlief, der mich, 31
3383 Das Erste ist von allen Sachen Das Leichteste, denn schon 45
3461 Mein Freund! wie heißt man den Kastraten, Der uns vor 29
3486 Mit dem Worte kleinlich sich zu brüsten, Das in Wahrheit 16
4469 Kühn durchwühlt der Mensch die Eingeweide Dieser Erde 8
4485 Erweise mir doch den Gefallen Mein Freund! erkläre mir 27
4506 Das ist nicht auszuhalten Schweitzer! Was macht er doch? 43
4527 Siehst du deinen Nächsten Mangel leiden, Und im ersten 2
4531 Schneegestöber, grimmig kalte Winde, Allgemeine Trauer 10
4545 Gut gepflegt von arbeitsamen Händen Wird das Erste 48
5627 Es zeigt der Menschen ganzes Leben Des ersten Wortes 49
5647 Drei Flüsse will ich dir beschreiben, Ich weiß, dein 5
5664 Was fehlt euch Alter? Sorgen plagen Mich gar zu sehr, ich 39
5676 Wort! der Deutsche sucht dich auf dem Felde. Sammelt 24
5689 Rein, und schuldlos schuf im Lustgefilde, (Richtiger 14
5724 Wie das Erste handle stets das Zweite, Wenn Gelegenheit 28
5747 Erforsche deinen Leib vom Kopf bis zu den Füßen, Es ist 42
5772 Wenn ich nur zwanzig Tausend hätte Vom Ersten, rief mit 35
5796 Das Erste liefert dir der Wald Mit einem E am Ende, doch 3
6002 Es eilt, die Menschen zu versorgen Mit dem, was ihren 17
6023 Wird das Erste Madchen! dich verdrießen, Darf der Mann, 44
6049 Du dummer Junge! rief ein Maler Zu seinem ungeschickten 33
6067 Hast du Lust zu einer Wasserreise, Dann begleite mich 18
6075 Liebes Mädchen! kömmt aus deinem Munde Bald für mich 40
6098 Eins der größten Wunder zu erzahlen, Darf ich nur ein sehr 38
6111 Unbegrenzte Schöpfermacht verkünden Soll das Erste dir 20
6132 Ist ein Auktor unbekannt, Nimm ein Buch von ihm zur Hand 36
6153 Wenn des Meeres aufgebrachte Wellen, Tobt ein Sturm, 4
6175 Des Feindes Angriff zu vernichten, Wenn er zum Sturm 19
6196 Es ist für Menschen, nicht für Hunde, Das Wort ein 37

# ist die Nummer des Rätsels hier bei uns; ist die Nummer bei Cobres.

Vorrede zum 4. Heft

An die Herren Rezensenten, Kritiker und Leser dieser Gedichte

Wie! Des Dichters Abschied schien zu sagen,
Nicht mehr will ich meine Leser plagen,
Es verstumme ganz mein Barbiton:
Mich von Tadel gänzlich zu befreien,
Wage ich es, länger zu entweihen
Nicht den Musensitz, den Helikon.

Soll man noch auf einen Dichter bauen?
Nein, der beste schändet das Vertrauen,
Das man arglos seinem Worte schenkt:
Seine Absicht listig zu erzwecken,
Weiß er seine Pläne zu verstecken,
Wenn er fein zu hintergehen denkt.

In der Eile etwas Geld zu fischen,
Fängt er an, aufs neue aufzutischen,
Rätsel, deren Inhalt oft missfällt,
Weil der größte Teil mit nichts als Rügen
Laster geißelt, und mit scharfen Zügen
In zu helles Licht Gebrechen stellt.

Fahre fort! die Galle auszugießen,
Die dich quält, es wird mich nicht verdrießen
Denn die Rügen bin ich schon gewohnt:
Soll ich schüchtern zu Gebrechen schweigen,
Die es Pflicht ist öffentlich zu zeigen,
Da der Kenner Beifall mich belohnt.

Freund! da bist von Scheine ganz betrogen,
Wenn du glaubst, mich hätte angezogen
Der Verdienst, des Geldes Allgewalt:
Was die jungen Dichter sich ersparen,
Ist sehr leicht vor Dieben zu verwahren,
Ihre Werke werden schlecht bezahlt.

Besser sind daran die Virtuosen,
Tragen sie nun Schürze oder Hosen,
Denn von ihnen hat oft ein Konzert,
Durch der Töne Zauber, Reinhei, Stärke,
Mehr als Schillers, mehr als Goethes Werke,
Sind sie noch so schön geschrieben, wert.

Eine Catalani darf nur spaßen,
Alles eilt zu füllen ihre Kassen
Für der Stimme reinen Silberton:
Ein Beluti sammelt leicht sich Schätze,
Er besucht nur die berühmten Plätze,
Gold und Beifall sind des Sängers Lohn.

Die Poeten sind nur arme Schlucker,
Sie verdienen sich oft kaum den Zucker
Zum Kaffe, nur selten ein Glas Wein:
Konnte meinen  Eifer neu beleben
Die Gewinnsucht, und ein reges Streben
Nur nach Geld? ich glaube wahrlich nein.

Kritiker! es galt nur eine Wette,
Ob ich Lust und die Gewandtheit hätte,
Der Scharaden fünfzig an der Zahl,
Eine fertig jeden Tag zu machen,
Bald voll Ernst, geeignet bald zum Lachen,
Worte überließ man meiner Wahl.

Wird es ihm in Eile wohl gelingen,
Eine solche Menge aufzubringen,
An Gedanken reich, und immer neu?
Höre ich so manchen Zweifler sagen,
Der die Werte zahlte, ist zu fragen,
Ob die Sache so unmöglich sei.

Freilich musste ich sie übereilen,
Sie zu ordnen, selbe auszufeilen;
Hatte ich ja gar zu wenig Zeit.
Tragen sie an sich der Eile Spuren,
Sind es halb nur reife Kreaturen,
Tut es mir wahrhaft von Herzen leid.

Darf des Dichters Geist denn nie erschlaffen,
Soll er immer neue Bilder schaffen,
Kräftig, wohl geraten, und voll Witz?
Dann, ich muss es offen euch gestehen,
Wird, ich scherze nicht, mich wieder sehen
Nicht, sobald der holden Musen Sitz.

Landsberg im Monat Mai 1823
Alois Cobres