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J. C. Bernher

Uns sind keine biographischen Daten von J. C. Bernher bekannt.

 

Neunhundert und neun Räthsel

bestehend aus Wort-, Silben- und Buchstaben-Rätseln

Druck und Verlag von Georg Kranz, München, , 270 Seiten
Das Buch enthält 900 gereimte Originalrätsel von J. C. Bernher mit Lösungen.
 

Rätsel von J. C. Bernher

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Nr. Erste Zeilen des Rätsels Ref.
1208 Dich, Edle, die man öfter sucht, als man sie findet, 1
1211 Günstig war in alter Zeit die Mode mir, Aber heut zu 4
1227 Wer Eins im Handel gibt, dem muss es dennoch 8
1232 Ein Frommer im Altertum hat mich gemacht, Nie sah 6
1246 Es gibt einen Ort – Deine Geographie Verhilft Dir zum 2
1260 Ich pflege ein Liebling von Vielen zu sein, Doch 10
1265 Ein Wehgeschrei das Kind, der Hund erheben, Wenn 7
1279 Ich bin ein Lied, aus alter Zeit entsprungen, Und 3
1281 Wer mag das Ding erraten, Das Bücher und Soldaten 9
1295 An Wäldern – doch wer wird so weit deswegen gehen 5
1308 Schon Viele haben, ehr- und pflichtvergessen, Bei Tag 15
1319 Ist's männlich, muss es durchaus jede Gattin sein, 13
1330 Wer's hat, der gibt's nie her, o nein! Wer's ist, der 19
1333 Die Zweit' und Dritte hängt der Alpenkuh am Kragen. 11
1346 Ceres! schmacklos sind recht viele Deiner Gaben, 17
1357 Wo mit dem Ganzen er oft in traulicher Minne 20
1368 Du, Vorbild eines deutschen Mannes, bist bekannt Als 18
1375 Eins muss Schutz der Habe bieten, Zwei vor Lastern 14
1382 Ein Vogel ist's, ein loser noch dazu, Den Kannen 16
1391 Alles, was man nicht mehr will, Wird so gern an mich 12
1829 Freien häng ich mich an, wenn ein L am Halse mir 29
1840 Die erst' und zweite Silbe nährt, wie Pater Cochem 41
1846 Wir sind jedwedem, selbst dem Schaltjahr eigen. Wir 22
1855 Man hüllet sorgsam mich in Decken ein. Man trägt 28
1864 Von dem Geschäftsmann' zur Ruhe begehrt, Wird es, 36
1873 Die Ersten sind Tiere, die uns'rer nicht schonen, Die 32
1882 Soldaten, die in Gliedern stehen, Selbst Gauner, die 21
1893 Den Kaufmann bild' Dir ohne mich nicht ein, Das 25
2209 Betäubt ist Euer Haupt, Verwirrt sind Eure Blicke, Der 502
2220 Gerundet bin ich, und auch eingedrückt, Doch hat kein 556
2224 Die Ersten sind die tragisch-komischen Gestalten, Die 428
2238 So heißt man oft ein Mädchen, das man schätzt. Und 336
2247 In meinem Namen seh't Ihr einen Hut Mit einem 280
2255 Bin ich auch erzeugt von langem Drucke,  Kennt mich 130
2262 Der Diener, dem man Eins entzieht, Mit Recht dem 218
2271 Ein Heil'ger, der dem Elemente wehrt, Das vieles uns 864
2283 Eine Perle gibt es, welche reist, Wenn ein Weh Leib 799
2296 Gewisse Seelenspiegel werden schnell dabei Zu einer 696
2409 Nur kurze Zeit bin ich, aus eig'ner Kraft, im Stand' Als 514
2412 In Stuben schützt man mich vor Stoß auf jede Weis', 706
2421 Ohne Sinn die erste Silbe zwar erscheint; Hat sie aber 302
2430 Gefesselt stets an meiner Höhle finstern Raum, Bin 499
2432 Recht Viele haben mich an ihrem Fuß, Und Manche 145
2441 Erst lock' ich Tränen aus dem Aug' hervor, Und lass' 391
2450 Gar leicht kann meine Macht erwecken, Was ich nicht 43
2458 Alle Menschen müssen mich am Halse tragen; Aber 667
2469 Nicht täuschet mich Dein lügenhafter Namen, Nach 349
2476 Du kannst mich zwar als Weizenbrot genießen; Sollt' 204
2478 Ein Wort hinkt nach mit dem Begehren, Sein Inneres 909
2483 Man lese vor- man lese rückwärts mich, Als Sprachwort 441
2499 Ist's auch mit Würfeln und Karten ganz recht, Ist's 88
2705 Welche Zeichen sind in mir? Schon die Frage nennt 210
2713 An Lebensmitteln einstens Mangel war, So, dass mich 283
2722 Die Ersten blühen sparsam auf dem Lebenswege; Ist 866
2731 Ihr machet große Reisen mir zu Lieb' Ihr opfert manche 890
2744 Die Ersten stehlen, leider, gar so gern, Bestehlen, 602
2760 Dass man schöne Damen gerne freit, Dass man böse 403
2769 Unter meinem Schutz' befanden sich einst die 549
2775 Wahrheit erläge gar oft dem Andrang' giftiger Lügen, 137
2787 Von Dingen, die in's Nest er legt, Ein Vogel gleich den 807
2798 Die Waren sind's, wollen sie nimmermehr gehen, Die 505
2950 Nicht selten wird es aus dem Zimmer Mit Hast und 64
3008 »Tust immer noch so fremd mit mir? – Dein steifes 48
3017 Dass unser Spruch »Bleib Schuster bei dem Leist'« Als 155
3030 Von der Speis', die auf der Anricht man verzehrt. Die 237
3039 Wer's macht, der sorgt für unser'n Kopf, Wer's ist, lebt 169
3043 Der Schmetterling, der Käfer, die Libelle, Gehören in 849
3052 Eins lässt sich unter Englands Schönen finden;  Nur 671
3061 Was recht von Herzen närrisch ist, Mit mir pflegt man 454
3075 Die Erste hat der Feige auch – und hat sie nicht. Je 500
3086 Mein Spiel macht viele lebensfroh. Ich selber werd, 78
3094 Rauben kann ich zwar viel, doch Licht und Wärme 123
3112 Färbende Pflanze bin ich. Nennest Du noch einmal 52
3131 Ist das Pensum 1, so freut's den Schüler sehr. Weil 182
3148 Menschlich ist es, wie man immer sagt. Menschen 334
3152 Ich leih' Dir mein beschränktes Licht, So lang's an 459
3169 Sobald Du in der Galla bist. Befindest Du Dich auch 378
3176 Du findest mich in jeder Kammer, In einer finstern 877
3180 Wer meiner Ersten und dem Ganzen traut. Hat immer 251
3184 Es wird der Welterlöser einer Insel weichen, Begibt er 756
3204 Rinnen vier der Ersten, sind sie Wein, Schnell, in 665
3222 Müssen wir denn stets von Eisen sein? – Alles, was 745
3229 Ich scheine Euch im Winter warm; Ich scheine Euch 559
3241 Ein Mann, von schwachen Jungen nur erzeugt, Den 463
3271 Als Pflanze wachs' ich in der Wüste, die ich bin. Als 841
3331 Hat es im Innern ein G, so folgt's dem glücklichen 453
3369 Sind an dem Menschen zwei Dinge verloren, Lässt 479
3371 Sind an dem Menschen zwei Dinge verloren, Lässt 108
3378 Ein Ding bin ich, das, findet man es wohlerprobt. 229
3386 Mit Eins wird häufig zugeschlagen, Mit Eins Zwei 878
3395 Hast Du etwas auf mich hergegeben, Und verlangst 471
3408 Unverstümmelt ist's ein brauner Mensch, Welcher in 804
3422 Mir fehlt der Geist, ich bin nur feines Drei. Drum 677
3440 Es ist ein Nichts, von Ammen ausgeheckt, Mit dem 622
3464 Gewiss ist's, dass mich jedermann Sehr leicht, zum 543
3480 Er jagt von Lust zu Lust, von Mahl zu Mahl.  Er seufzt 382
3489 Ein Vogel, welcher bei uns haust, Und gerne sonst 648
3514 Was man von Eins aus bestehlt, trägt den Keim 95
3526 Das Erste bringt Erfrischung uns'rer Flur; Das Zweite 203
3568 Ich habe nur Augen besteh' ich aus Bein, Und müsst' 163
3580 Was schmücket Kirchen, Häuser, Gärten, Plätze? Was 385
3592 Nennst Du zweimal einen Konsonanten jetzt, Einmal 846
3613 Wenn Eins nur lehrt, Paul sei verschieden, Hat Zwei, 692
3625 Wildes Feuer ström' ich aus. Halslos geh' ich auf die 456
3657 Es kann nicht sprechen, kann nicht schreiben, Es muss 739
3679 Als könnte sie gefühllos, wie die Letzten, sein, Wird 224
3700 Gefühllos zeiget sich Eins Zwei, Und doch wird's oft 62
3713 Geht das Ganze in dem Gotteshaus' umher, Was die 656
3735 Ich bin ein kleines Instrument, Und auch sein Inhalt 736
3757 Das Ganze kalt sein Lieblingsliedchen Pfeift, Indem 530
3779 Wer's ist, der wird sich fortan kaum mehr plagen; 415
3782 Wie heißt die Frau, wer sagt mir's doch. Es ruht in 273
3811 Seitdem die Welt steht stehen sie, Ganz unverrückt 85
3833 Ich nehm' die Erste an, Du hättest mit der scharfen 614
3855 Wenn mich auch die Dirne nur zum Schlichten Ihrer 214
3877 Von mir hat eine Jungfrau sich geschrieben, Und ist 822
3899 Der Bettler klaget über Eins und Zwei, Der Eingesperrt 788
3914 Was sind vor Gott wir alle? Ein Diener sprach's mit 442
3936 Als langsam sind die Ersten arg Verschrien; Drum wird 578
3958 Durch Missmut, Murren, Unzufriedenheit Vergiftet sich 80
3980 Die Dritte liegt auf jedem Haus', Und schützt es vor 350
3993 Es ist ein Hof, der wenig Kavalier' – Obwohl sie überall 787
4210 Es gibt ein Feld, stets liegt es brach. Und niemand 31
4212 Eher wird er brechen, Als ein Wörtchen sprechen; Eher 136
4221 Die Letzten sprechen über Mein und Dein. Die Ersten 395
4238 Erhellen kann ich Euch des Lebens trübe Tage, 762
4246 Gut können wir selbst jenem Kopf' nicht lassen. Zu 668
4254 Gleichen Namen habe ich Mit dem großen Land, Wo 160
4275 In Ungarn ist's ein hoher Magyar, In Deutschland 376
4303 Wer auf mir ist, den schließt die Stadt nicht ein. Wer 58
4318 Die Ersten nimmt man mit den Augen, Die Letzte mit 857
4327 Ein Heer kann nimmer uns entbehren. Von uns ist nie 588
4335 Was bleibt der Wahrheit ferne, Ist längst als Wort 316
4363 Wie heißt der Göttin Namen doch, Mit dem man heut' 381
4381 Ganz weiß montiert, rot ausgeschlagen,  So pflegt sich 277
4385 Es können die Ersten die Dritte nicht legen; Sie 554
4806 Jedwedem Menschen ist's gegeben, Doch keiner wird 319
4815 Man legt, bekanntlich, Schuhe an, Damit man besser 211
4824 Bin Werkzeug des Körpers, das Herrliches schafft. Bin  723
4839 Im dichten Eins ist Zwei leicht zu verlieren, Und Eins 851
4841 Golden nennet Ihr mich, obschon ich kein Gold an mir 580
4848 Dort im östlichen Teil des Weltteils, den wir bewohnen 882
4862 Wenn Stutzen es sind, So lässt man es gelten. Wenn 610
4863 Wenn das längst ersehnte Drei In der Schenk' auf Eins 509
4905 Die Erste aus dem Meere einst erstand; Es hat ein 47
4922 Es hat mich jede Taschenuhr, Sie kann mich nicht 642
4944 Der Knall der Zweiten kann Euch zwar die Erste 227
4957 Es liegt an eines Flusses Strand', Und liefert vielen 328
4968 Die Königin mit Flügeln nennet mir! Sie wird zu einem 708
4981 So hieß im Judentume ein Prophet; Wenn nämlich U, 652
5000 Buntfärbig prangen wir im feuchten Beet', Sobald die 494
5610 Man sieht von uns an jedem Menschen zwei; Davon ist 478
5617 Man hat ein Lied Von einem Schmied; Kaum ist es neu 476
5633 Dass Etwas jetzt nicht ist, jedoch schon war, Dies 159
5642 Am Eins Zwei hat man eine Frucht, Die Niemand auf 281
5663 Musiker machen mich erst im Augenblick', wo sie mich 748
5675 Die Erste ist Nachbar von jeglichem Tale. Die Zweite 536
5690 Zu welchem Bade wird nichts Flüssiges genommen 439
5696 Gen Himmel trägt der Eine seinen Forscherblick, Der 339
5708 Es ist die größte Speisetafel für das Vieh. Im Sommer 256
5719 Du armes, kleines Land, Sonst reich und groß genannt! 664
5726 Das Eins ist nur verjüngter Stein. Das Zwei ist lauter 842
5738 Flügel hat es, Bleibt jedoch an feinem Ort'. Fußlos ist 907
5745 Mit 1 2 jeder Zimmermann Im Augenblicke sehen kann. 785
5757 Man nehme sich vor mir in Acht. Als Waffe, kann ich 735
5776 Von jeher bin ich unsichtbar. Kein Mensch kann mich 475
5788 Genüsse schönster Art verschaffst Du Dir in Fülle, Und 359
5809 Schwer besteuerst Du uns, indem, gleich der Fahne 81
5820 Von blindem Glaubenseifer angeworben, schwang 187
5832 Die Erste dient zum Bauen, Brennen, Die Zweite ward 863
5858 Ich bin als Pferd beständig schlecht, Und als 675
5880 Als Zweite strebe ich zu leben So gut, als wie die 734
5916 Die Ersten haben einst das Kind genährt.Die Dritte 479
5932 Suchet sechs Zeichen Euch aus, zum Namen eines 555
5948 Die Erste, die in Gott nicht zu ergründen, Soll uns der 278
5969 Viele verein' ich zu einerlei Sinn, Hab' ich den Kopf. 171
5995 Man nennt mich einen falschen Schwur; Doch teil' 343
6013 Gezeichnet durch Geburt schon, und hintangesetzt, 57
6035 Die Erste unterhalt für Kegler man, Monarchen 473
6057 Nach Doktorvorschrift nehmet mich; Nur hütet Euch vor 269
6079 So viel auch Drei Vier essen kann, Was schon sein 776
6094 Zerfleischen auch mit ihrem Drei Den Menschen oft die 560
6120 Mir der stillen, engen Kammer, Die ein jeder einst 324
6122 Unter jenen sieben, oder vierzehn Sachen, So der 157
6144 Ich bin mit B ein Wasser, welches fließt. Dasselbe war 438
6166 Ein Schiffer ist's, der nie kann sagen, Wohin sein Kahn 850
6188 Der Ersten ist ein Kranker meistens Feind, Der Zweiten 704
6201 Erzeugnis des Schneiders bin ich, Solang sich ein L in 66
6203 Einen Heldenkönig nennen meine Zeichen. Liest man, 42
6220 Wir sollen, sagt man, solche Tiere sein, Die zeitweis 120
6225 Eins! Du verbitterst dem Armen das Leben. Zwei Drei! 122
6247 Zum zweiten Reich der großen, herrlichen Natur 887
6269 In mir behagt's dem Herrn Gemahl, Doch unter mir 763
6280 Die Ersten gelten nicht gar viel, Sind subaltern im 236
6302 Die Erste erscheint oft als fragendes Wort. Das Ganze 452
6324 Bleichen kann ich wohlfeil, schnell und gut, Wenn 156
6331 Wir stammen, als Verzierung, von dem Kiele, Entdecken 154
6346 Ich bin der edle Schmerz, der Euch beschleicht, Wenn 262
6368 Obwohl ich einer von der Schar Der heiligen Apostel 688
6380 Wer mich besitzet, mit T, der mag mich immer 384
6406 Ich heiß' wie meine Brüder nie, Bin immer dicker auch 34
6415 Mich, mit dem Haupte, wird der oft erheben. Welchen 126
6423 Die Erste nimmt den Ehrenplatz An unsrem Körper ein. 221
6459 Aus mir, durch mich, ist auf Verlangen, Erfrischung 346
6491 Alt ist die Mähre, die ich bringe, zwar, Als Rätsel aber 840
6537 Als Laie erschein' ich in jeglichem Fache. Das Pulver 786
6540 Fünf Sinne sind dem Menschen eigen; Drei and're kann 658
6554 Ihr nennt mich so, und schmäh't, dass nichts ich tue. 451
6576 Heizt auch das Eins Zwei tüchtig ein, So nützt es doch 548
6592 Recht viele uns'rer Schönen streben, So bald als 26
6613 Versenk' Dich in der Erde tiefsten Schacht, Erhebe Dich 356
6635 Es wäre reiner Luxus nur, Wenn ich die allerkleinste 496
6657 Betrachte was Du willst im Weltenraum umher, Die 86
6679 O wenn es doch kein Mensch der Menschheit wäre!!! 832
6694 Ohne Kopf und ohne Bein Braucht mich jeder Schneider 705
6710 Er versieht, im einen Sinne, Uns mit Spezerei; Denkt 565
6722 Das nämliche Tier wird's von hinten auch sein, Sobald 183
6744 Am zweiten, das ein Baumstamm war, Gedeiht das 449
6766 Der Jüngling, dem die Erste fehlt, Wird nicht zum Militär 146
6788 Und käm't Ihr im Schauspiel zu mir auch behände, Ihr 820

Nr. ist die Nummer des Rätsels bei uns;

Ref. ist die Nummer des Rätsels in Neunhundert und neun Räthsel.

Ein Vorwort, welches nicht überschlagen werden sollte

Die Rätsel haben gar keine Apologie vonnöten.
Wieland.

Unser Wieland hielt den Rätseln die beste, und zugleich kürzeste Apologie, indem er von ihnen sagte "sie haben keine Apologie vonnöten." Er selbst schrieb mitunter auch Rätsel,1) und gleiches taten, nicht ohne dichterischen Aufschwung, von jeher viele andere geschätzte Schriftsteller2). Dessen ungeachtet gibt es Literaten, die, oft mit großer Überschätzung ihres eigenen Faches, jenem der Rätsel sein literarisches Anrecht verkümmern möchten. Mit solchen Egoisten will ich aber nicht rechten; gleichwie ich mit niemand rechten kann, der an den Rätseln keinen Geschmack findet. Der Geschmack ist nun einmal verschieden und die Rätsel gelten nicht mehr, wie vor 30 Jahren noch, für eine Modesache.3)

Stattdessen wende ich mich an die vielen jeden Alters, Standes und Geschlechtes, die immer noch dem Rätsel hold sind, und widme ihnen diesen, wenn auch vielleicht nur hinsichtlich seines Umfanges, nicht unbedeutenden Beitrag, den ich auf den Altar des altehrwürdigen Aenigmas hiermit niederlege.4)

Schon war meine Absicht werktätig geworden, diesen Beitrag mit einer bisher vermissten Geschichte des deutschen Rätsels zu verbinden, als mich das unverhoffte Erscheinen eines einschlägigen, sogar umfassenderen Werkes solcher Arbeit überhob. Dieses Werk, betitelt:

Geschichte des Rätsels
von I. B. Friedreich,
Dresden bei Kuntze, 1860

entspricht nämlich seiner Aufgabe mit solchem Erfolge, dass ich auf dasselbe nunmehr lediglich zu verweisen brauche.5)

Somit hätte ich meinem erwähnten Beitrage nur noch einen kleinen Verweis, nebst Signalement, auf seine Reise in die Öffentlichkeit vorsorglich mitzugeben.

Die Rätsel zerfallen, nach der gebräuchlichsten Einteilung, in: Rätsel engeren Sinnes, Charaden, Logogriphen, Anagramme, Palindrome und Homonymen.6)

Da sich aber ein jedes Rätsel entweder nur mit dem Worte – oder mit dem Worte und dessen Silben – oder mit dem Worte und dessen Buchstaben, ohne alle Ausnahme, immerdar befassen muss, so gab ich meinen Rätseln die kürzere, vielleicht auch passendere Einteilung in Wort-, Silben- und Buchstabenrätsel.

Das Rätsel engeren Sinnes wird durch mein Worträtsel vertreten, und dieses nimmt auch noch die Homonyme in sich auf; als welche gleichfalls nur das ganze Wort, wenn auch in dessen mehrfacher Bedeutung, zu beschreiben hat.7) – Die Charade hingegen erscheint für sich allein, und ganz unverändert, in meinem Silbenrätsel.– Der Logogriphe8) bildet einen Teil meiner Buchstabenrätsel, denn er beruht ja immer nur auf einer mit dem Buchstaben des Wortes vorzunehmenden Veränderung; sei es nun, dass einer oder mehrere derselben versetzt, ausgetauscht, eingeschaltet oder getilgt werden müssen. – Die Anagramme und Palindrome, endlich, machen den noch übrigen Teil meines Buchstabenrätsels aus; nachdem ihr Wort, als ein auch von hinten zu lesendes, im Grunde gleichfalls nur eine Versetzung der Buchstaben bedingt.

Diese drei Rätselarten lasse ich nun in meinem Vortrage regelmäßig unter sich wechseln; so wie ich es mit dem Stoffe selbst tue, den man bald ernst, bald heiter finden wird.9) Außerdem bediente ich mich nicht nur verschiedener Versarten, sondern auch oft solcher Rätselwörter, von welchen ich vermuten konnte, dass sie noch unbearbeitet seien. Ich mischte, ferner, lange unter kurze10), schwere unter leichte Rätsel, gestattete auch dem sogenannten Neck- oder Scherzrätsel bisweilen ein Plätzchen, und schmeichle mir, durch all Dieses meine Leistung mindestens vor dem Vorwurfe jener lästigen Einförmigkeit sicher gestellt zu haben, die sich in eine solche, aus ein- und derselben Feder geflossene Masse von Rätseln gar leicht einschleichen kann.

Was nun noch, im besonderen, meine Silbenrätsel anbelangt, so strebte ich, aus Gründen der Ästhetik, die Silben, durch einen Leitgedanken, nicht nur unter sich, sondern auch mit ihrem Worte in Verbindung zu bringen. Dies gelang mir jedoch nicht immer, so dass ich mich in solchen Fällen gleichwohl mit manch anderem Rätseldichter trösten musste, der eine solche Verbindung auch nicht zu Stande gebracht, oder wohl gar für überflüssig gehalten hat.

Dasselbe sei auch von meinen Buchstabenrätseln gesagt, hinsichtlich welcher noch besonders zu bemerken kommt, dass ich mich bei ihrem Vortrage, wo er außerdem schleppend geworden wäre, der hierzu längst eingeführten bildlichen Ausdrücke bedient habe.11)

So ziehet denn hinaus – Ihr 909 Kinder meiner Laune – ziehet hinaus in die deutsche Welt, und trachtet, den Leuten, die Euch gastfreundlich aufnehmen, Unterhaltung zu gewähren. Misslänge dieses, so könnte Euch fortan nicht mehr lieben Euer, bis jetzt noch zärtlicher Vater,

München im Juni 1863

Der Verfasser


Fußnoten

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1) Mir selbst ist zwar von Wieland nur ein einziges Rätsel bekannt; es sollen aber mehrere von ihm in alten Zeitschriften zu finden sein.

2) Als mir bekannt gewordene deutsche Schriftsteller, die auch Rätsel schrieben, kann ich noch anführen: Bürger, Castelli, Contessa, Döring, Eberhard, Goeckingk, Haug, Hebel, Hell, Houwald, Jünger, Kind, Körner, Kotzebue, Kretschmann, Krummacher, Langbein, Maltitz, Meißner, Müchler, Müller, Müllner, Niemeier, Nostiz, Prötzel, Rambach, Roos, Schiller, Schreiber, Schwab, Tiedge, Wildungen und Winkler. Deutsche Schriftsteller aus älterer Zeit, wie z. B. Joachim, Camerarius, jener berühmte Literator und Polyhistor des 16ten Jahrhunderts, bedienten sich bei ihren Rätseln der lateinischen, sogar griechischen Sprache.

3) Vor 50 Jahren hieß es sogar: Der Koch selbst liest am Herd' Charaden, Verbrennen auch die Carbonaden.

4) Nur etwa zwölf Nummern dieses Beitrages sind, ohne mein Zutun, bereits in Zeitschriften erschienen.

5) Der in jenem Werke aufgeführten, reichen Literatur wäre – bis zum Jahre 1860, wo es erschien – bezüglich deutscher Rätsel, meines Wissens, nur nachzutragen:

– Neulich Gefundenes Rätsel-Heft, Hallein bei Salzburg, 1711
– Achthundert noch nie gedruckte Rätsel, Flensburg, 1797
– D'Ambach, N. L. Rätsel, Würzburg, 1825
– Adelsheim, C. J. von, 444 Charaden, Zweite Lieferung, Mergentheim 1846 (Die erste Lieferung kenne ich nicht.)

Mit vollem Rechte wurden übrigens von dem Verfasser besagter Geschichte die vielen Rätselsammlungen, stillschweigend umgangen, die sich gegenseitig nur abgeschrieben, oder das Neue, welches sie hier und da, brachten, als solches, nicht näher bezeichnet haben. Sammlungen altdeutscher und provinzieller Volksrätsel sind aber dort, nach Verdienst, gewürdigt

6) Die Rebus gehören zwar auch noch zu den gebräuchlichen Rätselarten; liegen aber, da sie hauptsächlich nur in wirklichen Bildern sprechen, außer dem Bereiche meiner Rätsel.

7) Die Homonyme ist es auch, welche dem Worträtsel eine anziehende Vielseitigkeit verleiht.

8) Ich muss hinsichtlich des Logogriphs – sowie der noch vorkommenden Anagramme und Palindrome – die Bemerkung hier vorausschicken, dass die Definitionen, somit auch die Begriffe, die man von diesen Rätselarten hat, unter sich nicht ganz übereinstimmen.

9) Wo der Stoff ein mythologischer, geschichtlicher, geographischer oder sprachlicher ist, bitte ich jene Leser, welche zufällig damit nicht vertraut sein sollten, nur gleich zu einem andern Rätsel überzugehen, da es ja derer noch genug gibt, an welchen sie die Früchte ihrer Belesenheit einernten können.

10) Die kurzen, obwohl sie schwerer zu verfertigen, bilden die Mehrzahl, weil man jetzt von den Rätseln eine epigrammatische Kürze verlangt.

11) Nach dieser Nomenklatur bedeutet z. B.

Kopf – den ersten Buchstaben des Wortes
Hülle – den ersten und letzten Buchstaben des Wortes
Hals – den zweiten Buchstaben des Wortes
Brust – den dritten Buchstaben des Wortes
Fuß oder Bein – den letzten Buchstaben des Wortes
Herz oder Mitte – der mittleren Buchstaben des Wortes

Übrigens sind diese, wie alle Wörter ähnlicher Art, so oft sie in meinem Vortrage gebraucht werden, dem Leser durch gesperrte Schrift bemerkbar gemacht.