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Rätselgedicht Nr. 6551

von Johann Gabriel Seidl

Scharade (1+1 Silben)

Das Erste (nimmst du's in der Römersprache)
Nennt dir das kleine Ding, das ewigwache,
Das selbst nicht schlummert, wenn auch du schon träumst.
Es lobt dich laut, wenn du nach Tücht'gem strebest,
Arbeitet wild, wenn du vor Angst erbebest,
Und tadelt dich, wenn du, was gut, versäumst.

Die zweite Silb' ist bald ein Ehrenname
(Doch leiht, mit Grund, die Welt ihn keiner Dame),
Bald ist's ein Fluss in nördlich rauem Land.
Willst du's in Frankreichs Sprache lieber nehmen,
So kann es oft den Arm des Rächers lähmen,
Auch nahmst wohl du's schon oft aus teurer Hand!

Das Ganze bildet um die Länder Ketten,
Um sie vor eines Feindes Wut zu retten,
Der, ohne Wehr, sie meuchlerisch bedroht.
Doch leider zeigt sich's, wie wir selbst erfahren,
Dass seine Ketten oft zu kraftlos waren:
Denn keine Grenzen ehrt der Sieger »Tod!«

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Cor + Don = Cordon

Anmerkungen

cor (lat.) = Herz

Don (spanisch/italienisch) ist eine höfliche, respektvolle Anrede, die auch als Titel verwendet wird.

Ein Kordon (auch Grenzbefestigung) ist die bauliche oder landschaftliche Gestaltung einer Grenze oder eines Grenzhinterlandes. Er ist ein sich in die Länge erstreckendes System von Festungen oder Befestigungsanlagen (Mauern, Zäune, Wälle etc.), das meistens entlang einer politischen Grenze eines Staatsterritoriums errichtet wird. Dies kann Schutz-, Verwahrungs- oder Verteidigungsfunktionen für die äußere Sicherheit oder auch nur symbolischen Wert besitzen.

Quelle

Feierstunden der edleren Jugend (1832), S. 344.

Verweise

Scharaden, Seidl