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Rätselgedicht Nr. 6513

von Josef Heinrich Wolff

Anagrammoid

Ein Taufname des zarten Geschlechtes

[1][6]Die böse Sieben findet man in dreien;
[2]Und viere siehet man davon im Freien
Voll Anmut als des Sommers Spende blühen
Und duftend machen sie ihr Dasein kund;
Wenn in dem Jüngling schönste Reize glühen,
Und wagt er's nicht zu öffnen seinen Mund,
So reicht er sie dem Ideal des Herzens hin, –
Und wohl verstanden ist der Blume tiefer Sinn.

[3]Wie jede sich vereinte Zahl geheißen,
Sie mag auf Menschen oder Tiere weisen,
Dies nennen fünfe unsres Ganzen Glieder.
[4]Ein n steht noch so ganz verlassen da,
Drum gib's den Gliedern zu dem Ganzen wieder;
[5]Es ist in Webers letztem Werk dir nah,
Daselbst die Herrscherin, soll auch die Sklavin sein,
Drum soll ersehnte Rache ihren Mut erfreun.

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Roschana

Anmerkungen

1. Cha; 2. Rosa; 3. Schar; 4. N

1. Cha ist der siebte Buchstabe des arabischen und (als Che) der neunte Buchstabe des persischen Alphabets, Cha hat drei Buchstaben.

5. Roschana ist in der romantischen Oper Oberon von Carl Maria von Weber die Gemahlin Amansors.

6. Die Böse Sieben bezeichnet ein zänkisches Weib. Die Bezeichnung ist aus einem Kartenbild abgeleitet, das eine zankende Korbmachersfrau darstellte, die von ihrem Mann ein Tracht Prügel erhält. Das Kartenbild basiert auf einer Geschichten von Montanus (1565):

Ein Korbmacher fordert eines Tages nach der Fertigstellung eines Korbes seine Frau auf, zu sagen: Gott sei gelobt, der Korb i st gemacht; da die Frau sich halsstarrig weigert, erfolgt eine starke Züchtigung derselben. Der gerade vorbeigehende Voigt wird ein Zeuge des Streits, erfährt den Anlass und muss, als er den Vorfall seiner Frau erzählt, erleben, dass diese erklärt, sie würde jenes Wort ebensowenig sprechen, selbst wenn sie zerrissen würde. Darauf erhält auch sie eine scharfe körperliche Züchtigung. Ihre Magd hat es mit angesehen und überbringt es brühwarm dem Knecht im Stall, indem sie halsstarrig die gleiche Weigerung ausspricht und nun die gleiche Züchtigung empfängt. »Also ward des Körbelmachers Frau, die Vögtin und ihre Magd, alle drei auf ein Tag, eins Korbs wegen, tapfer geschlagen.«

Verweise

Anagrammoide, Wolff