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Rätselgedicht Nr. 5780

von Constantin Möllmann

Logogriphe

(Einer Freundin gewidmet)

Neun Zeichen nennen eine von den Damen,
Die meinen Weg mit Blumen überstreu'n.

Der Zeichen eins hat sie gemein
Mit jenem hochgepries'nen Namen,
Des ganze Völker sich erfreu'n.

Das zweite ist der erste der Gesellen
Von einer wohl bekannten Schar;
Ein jedes Kind kennt sie sogar.
Sie dienet Dir in tausend Fällen.
Die Glieder all', wie sonderbar!
Verwechseln immer ihre Stellen
Und ihre Dienste ganz nach Deinem Sinn;
Indes bleibt hier die Kunst Gebieterin!

Ist diese Schar dir fremd, vergleichen
Mag Dir sich dann der Virtuos,
Der mit dem siebenten und fünften Zeichen
Sein Solo macht stets wechsellos.

Sehr gern such' ich ihm auszuweichen:
Ja, lieber in der Trommel Wirbelschlag
Will ich das sechste Zeichen hören.
Zwar halt' ich's für ein kleines Ungemach,
Wenn wir die Kindlein sprechen lehren.
Viel leichter sprächen sie, ließ sich's entbehren,
Das liebe Wörtchen »Vater« nach.

Du fragst: wo bleibt das dritt' und vierte?
Vielleicht erklärten sie den Logogriph.
Verzeih' es, Leser! wenn mein Hippogryph
Bei diesem Ritt ein wenig sich verirrte;
Was schadet's denn, denkst Du nur scharf und tief.

Das dritte, Freund! nennt eines Fremdlings Namen,
Der mild den Durstigen erquickt,
Besonders wenn die Hitze drückt!
Er ist ein Favorit der Damen,
Drum wird er oft in ihrem Kreis erblickt.
Man rühmt mit Recht, dass er die Gabe,
Den Kopf uns zu erleichtern habe,
Vom Wein beschwert und fast verrückt.

Das vierte nicht zu überhüpfen,
Will ich es an die beiden letzten knüpfen.
O! möchte mir das Ganze sein,
Was alsdann die drei Zeichen sagen,
Sie, die die Zeichen nennen im Verein,
Sie würde traun! in meinen dunkeln Tagen
Mich oftmals trösten und erfreu'n.

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Margarita

Anmerkungen

1. M von »Maria« (Mutter Jesu)
2. A von »Alphabet«
3. R von »Rebensaft«
4. G von »Tag«
5. A von »IA« (Ruf des Esels)
6. R »rrrrr...« steht lautmalerisch für einen Trommelwirbel; viele Kinder haben Probleme mit dem »rollenden R« beim Erlernen der deutschen Sprache
7. I von »IA« (Ruf des Esels)
8. T von »Tag«
9. A von »Tag«

Der Hippogryph (gr. hippos = Pferd und it. grifo = Greif) ist ein Fabelwesen, vermutlich eine Erfindung des italienischen Renaissance-Dichters Ludovico Ariosto. Der Hippogryph hat den Kopf, die Flügel und die Vorderbeine eines Adlers und den Hinterleib eines Pferdes, wohingegen der Greif ein Mischwesen aus Adler und Löwe ist. Insofern handelt es sich beim Hippogryph nicht um eine Kombination aus Pferd und Greif, wie der Name vermuten lässt, sondern um eine Kombination von Pferd und Greifvogel. [Der Pegasus wiederum ist ein geflügeltes Ross, hat also einen Pferdekopf und vier Pferdebeine.]

Verweise

Logogriphe, Möllmann, Forum