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Rätselgedicht Nr. 5706

von Carl Joseph von Adelsheim

Homonym

Schein' ich auch nur ein unbedeutend Ding,
So ist mein Leisten dennoch nicht gering.
Hier dien' ich Leuten zur Bequemlichkeit,
Dort bin ich eine Art von Obrigkeit.
Der eine schleppet Zentnerschwer an mir
Und bebt zu Haus bei jedem Schritte schier;
Ein andrer aber trägt mich unbewusst,
und einem Dritten bin ich gar zur Lust.

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Pantoffel

Anmerkungen

1. leichter Hausschuh ohne Fersenteil; 2. Ehemann, der sich seiner Frau gegenüber nicht durchsetzen kann; 3. veraltete Bezeichnung für die weiblichen Genitalien

Der Pantoffel erhielt wie Schuh und Strumpf spezifisch erotische Bedeutung und diente zur verhüllenden Bezeichnung der weiblichen Genitalien. Aigremont verweist zur Erklärung auf alte Volksrätsel und -lieder: diese Fußbekleidungen haben eine Öffnung für den Fuß, die oft mit Pelz umsäumt ist. Das Hineinstecken des Fußes in seine Bekleidung erinnert an den Geschlechtsakt. Um erotische Anspielungen handelt es sich auch in dem bekannten Lied ›Zu Lauterbach‹ (E. B. Nr. 1009) und in dem ›Pantoffellied‹ (E. B. 120d), das eine Umbildung des Liedes von dem verlorenen Schuh ist. In seiner 6. Strophe umschreibt es den Verlust der Jungfräulichkeit.

Verweise

Homonyme, Adelsheim