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Rätselgedicht Nr. 4455

von Alwin Reinbold

Logogriph

Jahrelang ruhen und schlafen verborgen
Meine fünf Zeichen, ein friedliches Haus;
Heute noch schlummernd, speie ich morgen
Endlos Verderben auf alle hinaus.

Noch ein Zeichen vor und einer Dichtung
Lieblich Ideal stellt sich euch dar,
Nun umstrahlt von jener Zauberlichtung,
Die ihr Sehnen, doch ihr Loos nicht war!

»Aber dorten hast du ihn gefunden
Und die Liebe hat dich ihm vereint,
Wo sich nicht mehr trennt, was sich verbunden,
Dort, wo keine Träne wird geweint!«

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Hekla, Thekla

Anmerkungen

Die Hekla ist ein 1491 m hoher Vulkan im Süden Islands. Sie ist der Zentralvulkan einer 40 km langen Vulkanspalte und mindestens 6600 Jahre alt. Der Berg gehört zu den drei aktivsten Vulkanen Islands.

Die letzten drei Zeilen der dritten Strophe sind ein Zitat aus Friedrich Schillers Gedicht Thekla, eine Geisterstimme:

Wo ich sei und wo mich hingewendet,
Als mein flücht'ger Schatten dir entschwebt?
Hab' ich nicht beschlossen und geendet,
Hab' ich nicht geliebet und gelebt?

Willst du nach den Nachtigallen fragen,
Die mit seelenvoller Melodie
Dich entzückten in des Lenzes Tagen?
Nur, so lang sie liebten, waren sie.

Ob ich den Verlorenen gefunden?
Glaube mir, ich bin mit ihm vereint,
Wo sich nicht mehr trennt, was sich verbunden,
Dort, wo keine Träne wird geweint.

Dorten wirst auch du uns wieder finden,
Wenn dein Lieben unserm Lieben gleicht;
Dort ist auch der Vater frei von Sünden,
Den der blut'ge Mord nicht mehr erreicht.

Und er fühlt, dass ihn kein Wahn betrogen,
Als er aufwärts zu den Sternen sah;
Denn, wie Jeder wägt, wird ihm gewogen;
Wer es glaubt, dem ist das Heil'ge nah.

Wort gehalten wird in jenen Räumen
Jedem schönen, gläubigen Gefühl;
Wage du, zu irren und zu träumen,
Hoher Sinn liegt oft in kind'schem Spiel.

Verweise

Logogriphe, Reinbold