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Rätselgedicht Nr. 4018

von Immanuel Gottlieb Moser

Scharadoide (1+1 Silben)

Erste Silbe

Du Rätsel der Natur,
Das sie, ja sie nur löst,
Du, ihr so liebes Kind,
Das sie doch oft verstößt,
Du schön verborgne Welt,
Bald kommt auch deine Stunde,
Doch gehst du oft im Keim,
Im schönsten Keim zu Grunde.

Zweite Silbe

Du, tiefen Denkens Keim,
In manchem Geist entsprossen,
Von feinen Lippen dann
Wie Honigseim geflossen,
Du süße Kost, die oft
Mein Aug' und Ohr verschlang,
Die dann im Herzen mir
So wohl macht und so bang.

Das Ganze

Die beiden, wenn sie nun
In eins zusammenfließen,
Sieht man sie neidisch oft
Die schönste Aussicht schließen,
So liebenswürdig dann
Dem lieben Freunde winken,
Sich heben himmelwärts,
Gefühlvoll wieder sinken;
Ein Schirmchen, das sich schließt,
Zwei Welten dann verdeckt,
Mit leichtem Spiele doch
Oft auch die Liebe neckt.

Lösung anzeigen

Aug + Lied = Auglid

Anmerkungen

Veraltete Rechtschreibung: i = ie. Das Lid wurde früher auch Lied geschrieben.

Warum geht das Auge »im Keim, Im schönsten Keim zu Grunde«?

Verweise

Scharaden, Moser