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Rätselgedicht Nr. 2349

von Franz Brentano

Worträtsel

Das Landmädchen

Wohn, ein zierlich Mädchen,
In dem Hirtental;
Alle Burschen mühen
Sich um mich zumal.

Mancher harrt am Wege,
Festgebannt den Fuß,
Ob ich wohl erwidre
Seiner Liebe Gruß.

Schmucke Städter wandten
Auch nach mir den Sinn,
Grüßt mich doch zuerst selbst
Unsre Kaiserin.

Von dem feinsten Knaben
Keiner doch vernahm,
dass er mehr als andre
Je mir nahe kam.

Zweifelst du und staunest
dass man so mich ehrt,
Hör' nun auch der Gaben
Wunderseltnen Wert!

Leb ich hier verborgen
Fern von Glanz und Glück,
Führ ich doch auf Götter
Mein Geschlecht zurück.

Krankheit kannt ich nimmer,
Nimmer Müdigkeit,
Nächtlich aufgerufen

Wie am Tag bereit.

Acht auch keiner Habe,
Gebe freien Sinns
Gutes stets für Gutes
Und mit reichem Zins.

Vielgelehrig lauscht' ich;
Auf solch achtsam Kind
Unsrer Schule Meister
Nimmer sich besinnt.

Welsch, französisch, englisch
Sprech ich drum charmant,
Bin ich gleich gepilgert

Nie in fremdem Land.

Taug' auch, launig neckend,
Dir zum Zeitvertreib;
Dennoch, Freund, trotz allem,
Wünsch mich nie zum Weib.

Denn ein Fehl verkümmert
All die schönen Gaben;

Schlecht wie recht, das letzte Wort
muss ich immer haben.

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Echo

Anmerkungen

Echo ist in der griechischen Mythologie die Oreade (Bergnymphe) des Berges Helikon und eine Tochter der Gaia. Nach ihr ist das bekannte Phänomen des Echos benannt. Echo unterhielt im Auftrag Zeus' dessen Gattin Hera mit dem Erzählen von Geschichten, damit Zeus Zeit für amouröse Abenteuer hatte. Als Hera dieses Komplott entdeckte, beraubte sie Echo zur Strafe der Sprache und ließ ihr lediglich die Fähigkeit, die letzten an sie gerichteten Wörter zu wiederholen. [Wikipedia]

Verweise

Worträtsel, Brentano, Bauer, Arbeiter