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Rätselgedicht Nr. 1510

von Johann Wolfgang von Goethe

Scharade (1+1 Silben)

Zwei Worte sind es, kurz, bequem zu sagen,
die wir so oft mit holder Freude nennen,
doch keineswegs die Dinge deutlich kennen,
wovon sie eigentlich den Stempel tragen.

Es tut gar wohl in jung- und alten Tagen,
eins an dem andern kecklich zu verbrennen;
und kann man sie vereint zusammen nennen,
so drückt man aus ein seliges Behagen.

Nun aber such ich ihnen zu gefallen
und bitte, mit sich selbst mich zu beglücken;
ich hoffe still, doch hoff ich's zu erlangen:

Als Namen der Geliebten sie zu lallen,
in einem Bild sie beide zu erblicken,
in einem Wesen beide zu umfangen.

Lösung anzeigen

Herz+ lieb = Herzlieb

Anmerkungen

Minchen Herzlieb, Pflegetochter des Buchdruckers Frommann in Jena, wo Goethe mit Riemer und Zacharias Werner 1807 verkehrte. Am 16. Dezember 1807 trug Werner seine Scharade vor, am folgenden Tag erhielt Riemer Goethes Gedicht. Erstdruck 1827. [Volker Schupp]

Verweise

Scharaden, Goethe, Dahl, Schupp, Bentzien, Arnold, Perfahl