ALL EN FR ES IT

Logo

≡ ► ◄ ▲

Rätselgedicht Nr. 1222

von Johann Peter Hebel

Scharade (2+1 Silben)

Zwei Silben blühn, doch wenn ihr sie wollt brechen,
Nehmt euch in acht! Sie wehren sich und stechen.
Die Dritte wählet selber, liebe Leute!
Umwindet sie die Schläfe holder Bräute,
So braucht das Ganze, – nun ihr merkt mich schon, –
Zum Beten braucht's der Kirche frommer Sohn.

Wie aber, wenn die dritte Flügel schwänge,
In Feld und Hain zwar etwas kunstlos sänge?
Dann hat das Ganze einen roten Kopf,
Und singt im Kerker noch, der arme Tropf.

Lösung anzeigen

1. Vers: Rosen + Kranz = Rosenkranz
2. Vers: Distel + Fink = Distelfink

Anmerkungen

Die ersten sechs Zeilen beschreiben den Rosenkranz (Rosen blühen und stechen, der Brautkranz, der Rosenkranz).

In den letzten vier Zeilen wird der Kranz durch den Fink ersetzt und damit mutiert die blühende und stechende Pflanze zur Distel. Der Distelfink (auch: Stieglitz) wurde früher oft in Käfigen ("Kerker") gehalten. [Wikipedia]

Verweise

Scharaden, Hebel, Dahl, Schupp, Perfahl