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Rätselgedicht Nr. 1218

von Theodor Körner

Scharade (1+1 Silben)

An Prinzessin Marie Luise Pauline von Hohenzollern-Hechingen

Was ist so oft der Schädel der Sophisten,
Die sich mit hoher Götterweisheit brüsten,
Als könnten sie des Lichtes Urquell schau'n?
Was ist der Kern so mancher Lust des Lebens,
So manches stolzen, mühevollen Strebens?
Die erste Silbe wird es Dir Vertrau'n.

Doch, was die zweite Silbe Dir verkündet,
Dem hat kein Strahl des Lebens sich verbündet,
Kalt steht es da, wenn alles steigt und fällt.
Nur der Natur geheimes Walten
Wird es dem Forscher oft entfalten
Als stummer Zeuge der vergang'nen Welt.

Auf Felsenhöhen thront mein stolzes Ganze,
Blickt freundlich nach des Flusses Silberglanze,
Blickt in des Tales Zauberduft hinein.
Doch Schön'res noch, als all der Reiz der Fluren,
Zwei holde Wesen höherer Naturen
Schließt es beglückt in seine Mauern ein.

Ach! da ist all der Liebreiz schöner Seelen,
Und Stimmen, wie das Lied von Philomelen,
Vereinigt mit der zartesten Gestalt.
Und alles beugt das Knie zu Huldigungen,
Und jedes Herz, von süßer Macht bezwungen,
Erkennt der Schönheit heilige Gewalt.

Lösung anzeigen

hohl + Stein = Hohlstein

Anmerkungen

In älteren Ausgaben von Körners Werken steht als Widmung nur An Pr. v. H.

Hohlstein ist ein Schloss bei Löwenberg in Schlesien, im Besitz der Fürstin Pauline von Hohenzollern-Hechingen

Verweise

Scharaden, Körner