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Rätselgedicht Nr. 1092

von Franz Brentano

Palindrom

Durch mich wird Tugend schlechte Sitte,
Die Wahrheit wandelt sich in Trug;
Frech mach ich die verschämte Bitte,
Zum Toren den, der weis' und klug.

Und lebst du in gewölbtem Zimmer,
Gib mir nicht Zutritt zum Gemach!
Je mehr es groß ist, um so schlimmer,
Du rufst beengt bald Weh! und Ach!

Nun wend ich mich. Du wirst entdecken
Mich sicher – was entginge dir? –
Doch möcht ich mich geschickt verstecken,
dass du mich findest nicht in mir.

Lösung anzeigen

un, nu

Anmerkungen

Un- (Untugend, Unwahrheit, Undank, unklug, Ungemach) bzw.

Nu (Moment bzw. flüchtiger Augenblick, in dem jemanden nicht viel entgeht)

Interpretation der beiden letzten Zeilen: "Doch möcht ich mich (UN) geschickt verstecken, dass du mich (UN) findest nicht in mir (im NU)."

Verweise

Palindrome, Brentano