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Rätselgedicht Nr. 9991

von Agnes Franz

Scharade

Zwei-Gespräch in Scharaden

1. 2. Hannchen. Guten Morgen, meine Freundin! Ei, wie geputzt! Haben wir denn heut' das Ganze, dass Du Dich in Seide gekleidet hast? Seit dem Ersten weiß ich kaum, in welchem Zweiten wir leben!

1. 2. 3. 4. Lieschen. Es wird noch besser kommen, liebes Hannchen! Hast Du Wilhelm gesprochen? Du weißt doch um unsre 1. 2. - ? - Heut' fahren wir zu seinen Eltern nach 1. 2. 3. 4. Schon früh am Morgen übersandte er mir die köstliche 3. 2., die Du siehst! samt der schonen 3. 4., die jetzt eine wahre Seltenheit ist; und da er wünschte, dass ich mich mit Beiden schmücken sollte: so vermute ich fast, dass wir heut' im Kreis uns 'rer Verwandten Verlobung feiern werden. Du hast wohl nicht gedacht, dass der kleinen 1. 4. solch ein Glück blühen würde?

1. 2. 3. Hannchen. Du gutes Kind! Man merkt Dir das Erste, dass Du mit Deinem Letzten recht zufrieden bist. Aber Du kannst es auch! Es ist ein wahres Zweites, der Himmel segnet die doppelt, welche wie Du das Ganze sind!

1. 2. 3. Lieschen. Wenigstens hatte mir das Glück keinen bessern 2. 3. auf dem Pfade des Lebens zusenden können! Aber, da Du so gut von mir denkst, muss ich Dich auch belohnen. Ich verspreche Dir, wenn ich das Erste sein werde, Dir das schönste und vorzüglichste Ganze auszusuchen!

1. 2. 3. 4. Hannchen. Da mochte das neidische Roschen wohl ziemlich die Letzten sehen. Sie tragt das Naschen gewaltig das Erste, und wir haben alle böse Zweite, wenn ihr irgend eine von uns vorgezogen wird. Doch sage, wenn wird Eure 1. 2. sein? Ich freue mich kindisch darauf, wenn das schon geschmückte Ganze vor unser Haus kommen wird.

1. 2. Lieschen. Uns 're Hochzeit ist bald nach dem Ganzen angesetzt. Meine Mutter
ruft oft Ach und das Erste, weil sie mit der Aussteuer nicht fertig werden wird.
Aber da zu dieser Zeit die Hochzeitfeier meiner Schwieger altern trifft: so dringen
sie darauf, an einem Tage beide Feste zu vereinen, weil sie glauben, derselbe
glückliche Letzte, der ihrer Ehe geleuchtet hat, müsse dann auch uns scheinen.

1. 2. 3. Hannchen. Ein seltsames Ganzes! - Doch was Deine Ausstattung anbetrifft, so stelle doch Deiner guten Mutter das Erste, dass ich gern ein Letztes ihrer Sorgen übernähme. Ich werde zuerst meine Arbeit ihren letzten Beiden unterwerfen, und dann ihr hilfreiche Hand leisten.

1. 2. Lieschen. Wie gut Du bist! Wenn Du nun durchaus an meinem Letzten arbeiten willst, so erlaube mir wenigstens, dass ich Dir zu dem Ersten, der unser Fest zieren soll, ein passendes Ganzes verehren darf!

1. 2. 3. Hannchen. Topp, ich nehm' es an! - Also auch vom Tanz ist die Zweite und Dritte! Da gebe der Himmel, dass nicht das Ganze zu rührend ausfallen möge! Wenn ich auch unserm Pfarrer das Erste: so kann ich es nicht bei unserm allzu weichen Herzen! und dies gibt keine passende Stimmung zum Ball.

1. 2. 3. Lieschen. Du hast Recht! Zu viel Rührung dampft das Erste und Zweite der Freude. D 'rum will mein Geliebter, bevor wir den Ball eröffnen, noch ein kleines Ganzes veranstalten. Gewiss hat er mir dabei manche Überraschung zugedacht, denn es ist das Letzte seiner Erfindung.

1. 2. 3 Hannchen. Aber da er so liebreich für uns 're Augen sorgt; hat er nicht auch zugleich uns 're Ersten bedacht? Wie schon wäre es, wenn das Letzte durch ein überraschendes Ganzes verherrlicht würde!

1. 2. 3. 4 Lieschen. Darauf denkt er gewiss. Er weiß, welche Ersten sein Spiel auf der Dritten und Vierten über mein Gemüt übte, wie sollte er meine Hauptfreude an meinem Ehrentage vergessen! - Ich wünschte, er wählte die Musik des Ganzen, die ich vorzüglich liebe.

1. 2. Hannchen. Das soll ein Freudenfest werden! Nimm im Voraus mein Ganzes
zu demselben. Mochte das Erste Dir stets so treu bleiben, wie Dir meine Liebe
ist. Dies mein aufrichtes Zweites.

1. 2. Lieschen. Ich danke Dir herzlich. Aber begleitest Du mich nicht in mein
Erstes? Ich wollte Dich in mancher Hinsicht um das Letzte bitten. Da wir heut'
zur Stadt fahren, will die Mutter indes Einiges zu unserm künftigen Ganzen besorgen.

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Festtag. Lieberose. Anspruchslos. Brautführer. Hochzeitbitter. Ostern. Vorurtheil. Ballstaat. Traurede. Feuerwerk. Ohrenschmaus. Zauberflöte. Glückwunsch. Hausrath

Quelle

Minerva, Taschenbuch für das Jahr 1826 (1825), S. 486-489, Nr. 20.

Verweise

Scharaden, Franz