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Rätselgedicht Nr. 8884

von Anonymus

Anagrammoid

Dreimal Heil dem Erdensohne,
Der in seinem Bußen, Tugend, dich verschließt!
Schöner als dem Fürsten, dem auf goldnem Throne,
Oft sein Leben freudenleer verfließt,
Schöner sinkt ihm jeder seiner Pilgertage,
Allverheererin! in deiner Fluten Grab;
Um ihn her verstummet jede bange Klage;
Keine Träne rinnet, wo er weilt, herab.
Freuden, tausend hohe Freuden streuet
Er mit milden Händen reichlich um sich her,
Und zum Lohn, dass er sich ihr geweihet,
Lässt sein edles Herz sie nie ganz freudenleer,
Und erleichtert ihm so manche schwere Bürde,
Die hienieden öfters uns zu Boden drückt,
Und erhebt ihn zu der Gottheit Würde,
Die so gerne alles, was nur ist, beglückt.
Ha, ich seh' die Sehnsucht dir in Augen brennen,
Dies erhab'ne Kleinod näher noch zu kennen!
Gerne nennt' ich dir's: doch Tugend kostet Müh'.
Willst du diese kennen: so errate sie.
Wisse, sie, von Gott zu and'rer Trost verlieh'n,
Schmücken fünfzehn unterschied'ne Glieder;
Doch verwirfst du diese öfters hin und wieder:
Findest du noch vierzig andre Sachen drin.
[1] Zum Exempel, das Geschäfte,
Das so manche Fürsten hin zum Mainstrom führt;
[2] Dann ein Tier, dem wegen Leibeskräfte,
Wegen Seelengröße Königsrang gebührt;
[3] Auch das große Haus, worinnen Freud' und Leiden,
Weis' und Toren so vermischet sind.
[4] Und die erste Ruhstatt für ein kleines Kind.
[5] Das, was Freude oder Schmerz begleiten,
Je nachdem es bös, nachdem es edel war.
[6] Eine Wunde in den Schwimmgebäuden.
[7] Ein zwar kleiner Teil vom lieben, langen Jahr,
Aber jedem weisen, guten Menschen teuer.
[8] Denn das Oberste vom hellen Flammenfeuer,
Welches zungengleich an jedem Dinge leckt.
[9] Was das Brod noch ist, eh' man's im Ofen bäckt.
[10. 11] Zwei verschied'ne Sachen, die vereint dir nützen,
Wenn gleich jenes schnell, wie Rosinante flieht.
Dieses langsam nach, wie Sancho's Tierlein, zieht.
[12] Was oft durch sein fürchterliches Blitzen
Bösewichter schreckt, die Fluren oft erquickt.
[13] Jener Teil des Menschen, der durch Melodien
Öfters Herz und Ohr erfreuet und entzückt.
[14] Ferner auch ein Stoff, den man zum Lichterziehen
Nötig hat. [15] Das Gegenteil von keusch.
[16] Und ein Berg im Meer, der öfters mit Geräusch
Sich erhebt, dahin bewegt und sinket.
[17] Jener Fabelfluss, der, wenn man aus ihm trinket,
Der Erinn'rung Bild aus unsrer Seele scheucht.
[18] Ferner auch ein Zeitmaß, das bald eilt, bald schleicht,
Bald gemäßigt langsam sich dahin beweget.
[19] Und das Instrument, worauf man Sachen leget,
Um die Wichtigkeit derselben einzuseh'n.
[20] Was nicht nahe liegt. [21] Worauf wir alle geh'n.
[22] Auch der Ausruf, welcher Unglück dräuet.
[23] Und das Werkzeug, das manch armer Wicht zerkäuet,
Wenn der Logogriph, womit er schwanger geht,
Nicht gleich fix und fertig auf dem Blatte steht.
[24] Was kein Ganzes ist, und doch das Ganze macht.
[25] Was dem Menschen die Natur zur Pracht
An dem Haupte gab; [26] und wie man den benennet,
Welchem dieses fehlt. [27] Das Holz, das schon verbrennet.
[28] Was im Treffen oft ein Schiff dem andern gibt.
[29] Die grüne Speise, die man erst im Winter liebt.
[30] Das, was einen Körper in sich fasset.
[31] Was der Weichling an dem Winter hasset.
[32] Das, was seines Gleichen öfters drängt und treibt.
[33] Er, der niemals anfieng, und auch ewig bleibt.
[34] Jener Ehrenmann, der in der Trunkenheit
Seinen Töchtern war kein großer Tugendspiegel.
[35] Wie der, welcher Schmerz empfindet, schrei't.
[36] Auch die Masse, die man zu dem Siegel
Eines Briefs gebraucht. [37] Der Vogel, der zur Speise
Hühner sich und Tauben wählet. [38] Was der Weise,
Triffst du gleich im Wort nur drei Buchstaben an,
Öfters dir nur halb, oft nicht erklären kann.
[39] Dann die Eigenschaft, in der die Gottheit strahlet,
Und mit der allein der stolze Heuchler prahlet.
[40] Was du da nur triffst, wo's Berg und Hügel gibt.
Nun, großgünst'ger Leser! wenn es dir beliebt:
So errate dann! Es ist fürwahr nicht schwer.
Denn du findest sie noch öfters um dich her,
Jene Tugend, die zum frohen Gott erhebet,
Und mit Freuden alles um sich her belebet.
Wonne! dass der guten Herzen noch so viele brennen
Für die Tugend, die ich deinem Blick verbarg;
Dass sie jeden zwingt, mit mir froh zu bekennen:
»Traun, es ist so bös nicht, und so arg
Unterm Monde hier, als mancher Menschenfeind
Es beim Überflusse schwarzer Galle meint.«
Doch, was schwatz' ich viel. – Wem edler, guter Taten
Sanft Gefühl des Lebens Pfad versüßt;
Sollte solch ein Herz die Tugend nicht erraten,
Die der guten Seelen schönstes Erbteil ist?
Doch gesetzt: du fändest auch den Namen nie:
O, Ersatz genug! verehr'st und üb'st du sie!

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Wohltätigkeit

Anmerkungen

1. Wahl; 2. Löwe; 3. Welt; 4. Wiege; 5. Tat; 6. Lek; 7. Tag; 8. Lohn; 9. Teig; 10. Eile; 11. Weile; 12. Wolke; 13. Kehle; 14. Talg; 15. Geil; 16. Woge; 17. Lethe; 18. Takt; 19. Wage; 20. Weit; 21. Weg; 22. Wehe; 23. Kiel; 24. Theil; 25. Loke; 26. Kahl; 27. Kohle; 28. Lage; 29. Kohl; 30. Hohl; 31. Kälte; 32. Keil; 33. Gott; 34. Lot; 35. Oweh; 36. Lak; 37. Weihe; 38. Wie; 39. Heilig; 40. Tal

Verweise

Anagrammoide, Anonymus