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Rätselgedicht Nr. 8847

von Franz Brentano

Rätsel

Die Fürstin und ihre Getreuen

In blanker Rüstung sehen
Die Mannen wir um eine Fürstin stehen,
Von der doch unermüdet
Die Sage geht, sie sei oft schlecht gehütet.

Sie sind von zwei Parteien –
Da gibt's Zusammenstöße, Reibereien –
Doch einig stets zu schauen,
So bald es gilt, auf andre einzuhauen.

Ererbt schon ist die Spaltung
Wie auch im Krieg die pflichtgetreue Haltung,
So es die Alten trieben.
Ist's bei dem jüngeren Geschlecht geblieben.

Dabei zeigt jede Bande
Sich gleich an Stärke, wenn auch nicht an Stande,
So dass, die ihr gesellet –
Und wenn die andre auf den Kopf sich stellet! –

Zu allen Rangesstufen
Im Frieden und zumal im Krieg berufen,
Mitschalten und mitwalten
An Würd und Bürde gleichen Teil erhalten.

Wo sie versammelt alle,
Gar dürftig und gar düster blickt die Halle;
Nicht Teppiche, nicht Stühle,
Die Fürstin einzig ruht auf weichem Pfühle.

Ihr scheint der Raum zu passen,
Jeder Befehl wird nur von hier erlassen,
Und kommt die Zeit des Mahles,
Genießt sie es inmitten dieses Saales.

Indes in langer Kette
Die Bitter dienstbeflissen um die Wette,
Wer mag sie alle kennen? –
Niemand, wenn nicht die Fürstin, kann sie nennen.

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Die Zunge

Anmerkungen

Die Fürstin ist die Zunge; die Streitparteien sind die Zähne, der Raum die Mundhöhle.

Verweise

Worträtsel, Brentano, Forum