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Rätselgedicht Nr. 8734

von Franz Brentano

Rätsel

Hab mich gerührt, Wie sich's gebührt

[1]Wohl habe viele Reisen ich gemacht,
Und weiß darum auch vieles zu erzählen.
[2]Im Bürgerkrieg oft tapfer in der Schlacht
Wollt ich mir nie der Junker Sache wählen.

[3]Doch als ich auf der Flur, dass Gott erbarm!
Ohnmächtig fand ein Fräulein, hoch von Adel,
Da blieb ich hilfreich stehn, bot ihm den Arm,
Als sei ein Ritter ich ohn allen Tadel.

Das war ein Tag! Sie schämte mein sich nicht,
Obwohl mit ihr viel edle Blutsverwandte,
Ihr sanfter Arm mich liebevoll umflicht,
Und bald umschlossen uns die engsten Bande. –

Doch Kampf und zarte Liebe – mit Vergunst
Du tapferer Ritter und du holde Schöne –
Genügt mir nicht; ich lobte mir die Kunst,
Das Zauberreich der Farben und der Töne.

[4]Man fand mich fleißig an der Staffelei,
Und Werke fördert ich, geschätzt von allen;
[5]Gab man Konzerte, wirkt ich mit dabei
In dem Odeon und in Domes Hallen.

[6]Auch der Gesellschaft hab ich mich geweiht,
Zum Wohle den Familien und dem Staate.
[7]Im Hause sorgte ich für Reinlichkeit;
[8]Der Vater zog mich bei dem Sohn zu Rate.

[8]Ich hob den öffentlichen Unterricht,
[3]Dem Greis, dem Kranken bot ich Unterstützung,
[9]Und hielt auch manches peinliche Gericht
Zu der Gesetze kräftiger Beschützung. –

[10]So lebt ich; kam zum Sterben; und – mein Teil? –
Dürft ich mich nicht des Himmels würdig wähnen? –
Ach! Wer darf hoffen noch auf ew'ges Heil?
Des grausen Feuers Schlund sah ich mir gähnen.

Lösung anzeigen

Stock oder Stab

Anmerkungen

1. Wanderstab; 2. Ladestock; 3. Gehstock; 4. Malstock; 5. Taktstock; 6. ?; 7. Besenstiel; 8. Rohrstock; 9. ?; 10. der Stock/Stab wird verbrannt

Verweise

Worträtsel, Brentano, Forum