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Rätselgedicht Nr. 8685

von Immanuel Gottlieb Moser

Rätsel

Ein Geier, dessen Raubgier nichts entgeht,
Was läuft, was fliegt, schwimmt, kriechet oder steht;
Er holt aus Meeren, Flüssen, Wäldern, Klüften,
Von Bergen sich den Raub und aus den Lüften.

Verwöhnt ist sein Geschmack; doch manches Aas
Ihm nicht zuwider; Pflanzen, Kraut und Gras
Und Früchte, Tiere, Vögel, Fische, Schnecken,
Insekten, Würmer – alles wird ihm schmecken.

Er ahmt der Wollust lüsterne Töne nach
Das Tier zu locken in des Todes Schmach;
In weite Fernen späht sein scharfes Auge
Daraus zu holen, was zum Raub ihm tauge.

Er mordet ohne Mitleid in der Brust
Manch armes Opfer bloß aus roher Luft,
Er mag nicht warten, bis ihn möchte hungern,
Ihr seht ihn satt auch wild nach Beute lungern:

Ihm ist die kleinste Grundel nicht zu klein,
Er schlingt sie gleich dem Ochsen oft hinein;
Er raubt am Nordpol in der Eise Sitze
Er raubt am Gleicher in der Tropenhitze.

Er fürchtet selbst den Hai, den Wallfisch nicht,
Hält über Elefanten Hochgericht,
Nichts gleicht der Kraft, dem Umfang seiner Fänge
Und ihrer weit, weithin erstreckten Länge.

Nun ratet nur, doch nicht etwa die Zeit,
Den Tod, die Pest – nein, ratet nicht so weit!
Den Räuber, den so viel Geschöpfe fluchen,
Müsst ihr in eurer eignen Sippschaft suchen.

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Mensch

Verweise

Worträtsel, Moser