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Rätselgedicht Nr. 8664

von Immanuel Gottlieb Moser

Rätsel

Ein buntes Kind ergötzet sich am Spiele
Mit Farben, Formen, Düften, Salzen, Tönen;
Schwer an das Kind mag Liebe sich gewöhnen,
Die Treue gibt es gar dem Hass zum Ziele;
Doch, will der Höchste selbst sich offenbaren,
So lässt er gerne dieses Kind gewähren,
Das Formen schneidet mit kunstreichen Scheren,
Mit feinen Pinseln färbet seine Scharen.

Vom tiefen Schwarz zu Feuers lichtem Rote,
Durch alle Tinten aller Edelsteine,
Vom Feinsten bis ins Gröbere, Gemeine,
Färbt sich die Welt nach dieses Kinds Gebote;
Von Düften und Geschmäcken lasst mich schweigen,
Doch sprechen von den Millionen Tönen,
Die wie ein Summen durcheinander tönen,
Grell, fein, mild, wild, und seine Macht bezeugen.

Drum überredet gern sich Lieb' und Treue,
Das Kind als Freund bei dem Idol zu finden,
An das sie sicher ihre Zukunft binden,
Und oft gebar ihr Irrtum düstre Reue;
Doch, wenn sie vom Geschöpfe sich erhoben
Zu Gott, so werden sie das Kind auch lieben;
Mag immer wieder neu sein Werk zerstieben;
Sein schöpferischer Geist ist nur zu loben.

Die Dichter lieben's: ihre Phantasien
Sind seinem unerschöpften Schatz gestohlen;
Dort Nektar und Ambrosia zu holen,
Verstehen sie; wem solches nicht verliehen,
Der mag sich um ein andres Fach bewerben,
Und mag nur weg vom Berg Parnassus bleiben;
Die dünne Luft dort würd' ihn schnell aufreiben,
Sein Atem stocken, und er müsste sterben

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Mannigfaltigkeit

Verweise

Worträtsel, Moser