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Rätselgedicht Nr. 8338

von Franz Brentano

Rätsel

Herz, Fuß und Arm und Schnabel spitz
Doch nichts so ganz am rechten Sitz;
Zwei Füße dienen mir wie jedermann,
Sie folgen oft des Wanderns Drange;
Doch wohl kein andrer sich vergleichen kann
Mit ihrem sonderbaren Gange.

Wie den Koloss zu Rhodos auf dem Meer
Man schildert mit gespreizten Beinen,
So spreize ich, ja spreize noch weit mehr,
Sogar im Gehen oft die meinen.

Dem Spechte gleich, der an dem Baume haut,
So ward auch mir ein spitzer Schnabel;
Doch nimmer stieß er aus den schwächsten Laut,
Und nie gebraucht ich ihn als Gabel.

Allein, so stumm er ist, er lehret dich,
Weiß auf's genauste zu beschreiben,
Erbarmt' er nicht der Wissenschaften sich,
Sie würden in der Wiege bleiben.

Zwei Arme hab ich, und der scharfe Stahl
Ward häufig wohl von mir geschwungen;
Doch griff die Hand zum Stift auch manches mal,
Mit Farbe ist mir viel gelungen.

Das Bild, das meine Kunst hervorgebracht,
Es trug mit mir den gleichen Namen;
Doch hatt ich nimmer mein Porträt gemacht,
Mir glich's, wie Kneipe dem Examen.

Ich hab ein Herz, das oft verschlossen ist,
Dann bleib ich starr und ohne Wanken;
Doch weil du seines Schlüssels Meister bist,
Lenkst du's gleich eigenem Gedanken.

Nicht ich, doch du legst auf mein Herz die Hand;
Dann bin ich völlig dir ergeben,
Mein Arm, mein Schnabel wird von dir verwandt,
Du machst den Fuß mir stehn und schweben.

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Zirkel

Anmerkungen

Das Bild, das meine Kunst hervorgebracht, Es trug mit mir den gleichen Namen → Der lateinische Name des Kreises ist Circulus

Verweise

Worträtsel, Brentano, Forum