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Rätselgedicht Nr. 7672

von Dr. Heinrich Chiolich

Scharade (1+1 Silben)

Die Erste gibt dir Kunde
Von mancher hohen Tat,
Sie heilet manche Wunde
Durch ihren treuen Rat;

Durch sie klagt Philomele
Der Schwester ihr Geschick,
Und flötet in die Seele
Derselben stilles Glück.

In Frohsinn und in Freuden
Stellt sie sich bei dir ein;
Doch auch in bittern Leiden
Kann sie dir Tröster sein.

In lieblichen Gedichten
Spricht süß sie an dein Herz,
In rohen Mordgeschichten
Erregt sie Grau'n und Schmerz.

Die Letzte zu verlangen
Als wohlverdienten Sold,
Darf wohl dir niemals bangen,
Ist man dir auch nicht hold.

Das Ganze hält mit Ehre
Zurück kein Biedermann;
Dem Armen dieses wäre
Fürwahr nicht wohlgetan.

Ihn trifft des Unsichtbaren
Gerechtes Strafgericht;
Drum mög' uns Gott bewahren
Vor einem solchen Wicht!

Lösung anzeigen

Lied + Lohn = Liedlohn

Anmerkungen

Veraltete Rechtschreibung: ie = i,

Lidlohn ist im schweizerischen Familienrecht eine Entschädigung, die mündige (Groß-)Kinder unter gewissen Umständen von ihren Eltern oder Grosseltern für geleistete Arbeit im selben Haushalt fordern können. Ursprünglich bezeichnete der Lidlohn die Entschädigung der Mägde und Knechte eines Bauernhofs sowie weiterer Personen, die für diesen nicht in der Form eines dauerhaften Arbeitsverhältnisses tätig wurden (wie beispielsweise Tagelöhner oder Ärzte auf Hausbesuch)

Philomele ist eine dichterische Bezeichnung für die Nachtigall. Philomele und Prokne waren Schwestern und Töchter des Königs Pandion von Athen, welcher die letztere dem thrakischen Fürsten Tereus zur Gemahlin gab, dem sie einen Sohn Itys gebar. Auf ihren Wunsch holte Tereus die Philomele von Athen ab, um sie zu ihrer Schwester zu bringen, entehrte sie aber unterwegs, und damit sie ihn nicht verraten könne, sperrte er sie ein und schnitt ihr auch noch die Zunge ab. Prokne aber gab er vor, Philomele sei unterwegs gestorben. Philomele stickte ihre Geschichte jedoch in ein Tuch und fand Gelegenheit, dieses ihrer Schwester zuzuschicken, von der sie hierauf an einem Bacchusfeste befreit wurde. Aus Rache fassten die Schwestern nun den unmenschlichen Vorsatz, den Itys zu schlachten und seinem Vater vorzusetzen, und während er noch davon aß, trat Philomele mit dem Kopfe seines Sohnes ins Gemach. Verfolgt vom Tereus ergriffen die Schwestern die Flucht, auf der Philomele in eine Nachtigall, Prokne in eine Schwalbe, Tereus in einen Wiedehopf, außerdem noch Itys in einen Fasan verwandelt und Philomele mit beständiger Schlaflosigkeit bestraft wurden.

Verweise

Scharaden, Katholischer Wahrheitsfreund