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Rätselgedicht Nr. 6412

von C. Hanisch

Rätsel

Wir sind ein unzertrennlich Paar, erblicken
Zu gleicher Zeit des Lebens heit'res Licht;
Wir können uns're Stellung nicht verrücken,
Und dennoch leiten wir euch mit Entzücken
Durch Feld und Blumenflur und Waldesdicht.
Obgleich wir immer miteinander gehen,
So haben wir uns doch noch nie gesehen.

Wir essen nicht, doch die das Mahl bereiten,
Bedürfen uns'rer wohl, sonst ist's gefehlt;
Wir säumen nicht die Gäste zu begleiten,
Wir lieben Tafelfreuden und verleiten
Zum Mehrgenuss oft, der den Schwelger quält.
Stumm sind wir, dennoch wird in allen Landen
Die stille Sprache unsres Blicks verstanden.

Der Gottheit ewig segenvolles Walten
Wird nur durch uns dem Menschen offenbar.
Wir zaubern jene täuschenden Gestalten,
Die sich der Künstlerhand so reich entfalten;
Den Preis des Schönen bieten wir nur dar.
Wir schwelgen in dem bunten Reich der Farben,
Indes wir bei der Töne Zauber darben.

Wir bergen schnell uns, wenn Gefahr sich zeiget,
Denn immer schützt nicht unser beinern Haus.
Wenn sich der Nacht das Licht des Tages neiget,
Und die Natur in ernster Feier schweiget,
So ist's mit unserm freien Walten aus.
Die sich im Leben nie verlassen haben –
Wir werden auch in einem Sarg begraben.

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Die Augen

Verweise

Worträtsel, Polycheiria