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Rätselgedicht Nr. 5095

von Rudolf Treichler

Rätsel

Der Kleine kommt gelaufen
zu seiner Mutter her
mit Rennen und mit Schnaufen —
und bittet sie gar sehr:

Ach gib mir doch, zu kühlen
die Hitze, die mich quält,
mich wieder frisch zu fühlen —
ihn, der so arg mir fehlt.

Die Mutter lächelt leise
und spricht zu ihrem Sohn:
Mein Kind, das war' nicht weise
und brächt' dir bösen Lohn.

In dieser schlimmen Hitze,
die dich so ganz durchglüht,
war er dir wenig nütze,
wenn er dich kühl durchzieht.

Er würd' nur krank dich machen,
Nähmst du so schnell ihn ein —
Das Söhnlein fällt mit Lachen
ihr in die Rede drein:

Und gäbst du mir gleich viele
Die nähm' ich alle auch,
Die machten frisch und kühle
mir meinen heißen Bauch!

Die Mutter, klug bedenkend
des Söhnleins »heißen Schmerz«,
gibt ihm — auf andres lenkend —
dies Rätsel auf im Scherz:

Du kriegst ihn nicht in Mehrzahl,
noch die als Einzahl gar,
denn jene schüf' dir mehr Qual,
und die — wär' sonderbar:

Denn hin zu dieser wandern
nur Esel, Ross und Rind!
Die ist für diese andern
nicht für dich, Menschenkind!

Der Knabe hat gesonnen
erst eine kleine Zeit —
dann war der Sinn gewonnen
und — er für ihn bereit!

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Trank und Tränke

Verweise

Worträtsel, Treichler