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Rätselgedicht Nr. 4830

von Immanuel Gottlieb Moser

Rätsel

Ein launisches Weib bin ich, wie sie ja sind,
Bald wild wie ein Mann, bald sanft wie ein Kind.
Sie wollen's nicht anders, die Herren, der eine
Verlangt, ich soll lachen, der andre sagt: weine!
Drum macht mich, erröt' ich auch zehnmal darob,
Nicht besser der Tadel, nicht schlechter das Lob.

In dunkeler Klause, da koch' ich mein Gift;
Weh! wenn es die Unvorbereiteten trifft;
Vor meinem zu Flächen geschaffenen Namen
Fuhr mancher beherztere Krieger zusammen;
Und zieh' ich die Hosen, die herrischen an,
So fliehe! denn sonst ist um dich es getan.

Den Reiter von seinem geschwinden Ross
Werf' ich im Zorne mit einem Stoß;
Tod bring' ich dem Trotz, der wagt mir zu stehen,
Aufhält mir den schwirrenden Pfeil kein Flehen;
Wohl hat man mit Stangen mich glücklich bekämpft,
Doch nie in die Länge den Zorn mir gedämpft.

Oft reut mich die Bosheit, dann wein' ich so sehr,
Dass nass wird von Tränen mein Lager umher,
Und gut sein will ich, und bin es wieder,
So preisen mich tausend der freudigsten Lieder,
Und was verdorben im zornigen Mut,
Das mach' ich, so viel es noch möglich ist, gut.

Dann schmückt mich ein festliches, blaues Gewand,
Dann zaubert ein strahlender Diamant
Aus meinen Tränen Smaragde, Saphire,
Rubinen, und reiht sieh zum Gürtel an Schnüre,
Und stickt mir im Abend- und Morgentraum
Das Gewand mit goldnem und purpurnem Saum.

Und leg' ich das Festkleid in seinen Schrein,
So hüll' ich in dunkeln Talar mich ein,
Beseht mit unzähligen, großen und kleinen,
Kunstreich gereiheten Edelsteinen,
Und seine silberne Spange glänzt,
Wie Nektar, von Hebe den Göttern kredenzt.

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Verweise

Worträtsel, Moser