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Rätselgedicht Nr. 4308

von Johann Georg Christoph Müller

Scharade (2+1 Silben)

Mein Erst- und Zweites wird geführt,
Wann hoch die Aue grünt und reif zur Ernte wird;
Kein Landmann könnte dieses missen,
Wenn er nicht kämpfen will mit tausend Hindernissen.

Mein Letztes ist ein Kleid, das Tier und Menschen nützet,
Und ihnen beiderseits ganz dicht am Leibe sitzet;
Man schätzt es bloß am Vieh, nur muss das liebe Leben
Vorher das arme Tier uns nolens volens geben.

Mein Ganzes ist dem Zahlenrichter wichtig,
Und auch in Schulen ist's zu gleichem Zwecke tüchtig.
Doch ist die Kreatur, nach der es wird genannt,
Durch Munterkeit und Fleiß mit Ehren nicht bekannt.

Lösung anzeigen

Rechen + Haut = Rechenhaut

Anmerkungen

nolens volens (lat.) = notgedrungen, wohl oder übel

Die Rechenhaut ist eine spezielles Pergament: Das feinste, sogenannte Jungfernpergament wird aus den Fellen der ungeborenen Schaf- und Ziegenlämmer bereitet; aus Kalbfellen verfertigt man das zu Büchereinbänden (was aber auch Schweins- und Eselsfelle liefern) und größtenteils das zu den Schreibtafeln, welches auf beiden Seiten einen mehrmaligen Anstrich von Kreide erhält und zuletzt mit Seifenwasser oder mit Leinöl überzogen wird. Von letzterem wird es gelb und heißt dann Öl- oder Rechenhaut und auf diesem können die Bleistiftzüge mit Wasser, von jenem aber müssen sie mit Bimsstein, Talg oder Seifenwasser verlöscht werden.

Verweise

Scharaden, Müller