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Rätselgedicht Nr. 3465

von Carl Trummer

Rätsel

Die Frau und die Magd

Kennst du die Magd mit der Laterne? –
Still folgt sie ihrer Frau von Ferne.
Doch ihre Frau hat nimmer, nimmer Ruh,
Und wie nach heil'gen Überresten
Die Pilger wallen, gehn gen Westen,
Und ewig Frau und Magd gen Westen zu.

Mag Sturm und Nacht den Pfad verdunkeln,
Ihn Ungewitter dustern mehr und mehr,
Gemessnen Schrittes kommt die Frau daher,
Sieht sie doch stets ein Lichtlein funkeln;
Denn in der Ferne
Da geht die Magd mit der Laterne.

Einst blühte ihre Frau in Jugendfülle,
Und Rosen knospeten im Lockenhaar.
Ein Herz, das voll von Lieb' und Sehnsucht war,
Verbarg sich ängstlich in der schonen Hülle.
Jetzt geht sie ernst im weißen Prachtgewande,
Ein weißer Schleier hüllt ihr Angesicht.

Doch gleich als zögen unsichtbare Bande,
Die Magd verlässet die Gebietrin nicht.
Und alt und jung und früh und spät,
Wenn einsam noch die Frau gen Westen geht,
Folgt ihr in ehrerbiet'ger Ferne
Die treue Magd mit der Laterne.

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Mond

Verweise

Worträtsel, Trummer