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Rätselgedicht Nr. 3463

von Friedrich Kind

Doppel-Scharade (2+2 Silben)

Blumengespräch

1. Sag, warum dein Aug' sich trauernd schließet,
da der schöne Helios erwacht?

2. Schön für mich ist nur der Sterne Pracht,
wenn die Dämm'rung tröstend sich ergießet.

1. Schwester, sprich, wie dich die Menschen nennen?

2. Gern ... doch lass auch dich von mir erkennen.

1. Nach der Gottheit, der ich mich ergeben,
wird die treue Liebende genannt.
In den Himmlischen ward ich entbrannt,
der die Freude bringt und süßes Leben.
Konnt' er treulos ew'gem Schmerz mich lassen,
nimmer wird die Leidende ihn hassen.

2. Nach der Gottheit, die ich still verehre,
nannte mich der Menschen kluger Mund.
Mein Geheimnis tut mein Name kund;
denn nur sie, die Reizende, die Hehre,
kann die Trauer meines Busens stillen
und mein Aug' mit Freudenzähren füllen.

1. Ach, er floh in einer Schönere Arme!
Weinend sah die Liebende ihm nach,
bis vor Gram das treue Herz ihr brach.
Dass noch jetzt in stetem Liebesharme
ich nach ihm das Antlitz schmachtend wende,
dies verkündigt meines Namens Ende.

2. Schön ist sie, nach der ich hoffend blicke,
Sterne funkeln ihr im schwarzen Haar
und am veilchenfarbigen Talar.
Und auf das Kleid, womit auch ich mich schmücke,
auf die Düfte, die ich opfernd spende,
deutet lieblich meines Namens Ende.

1. Gleiches Schicksal knüpfte uns zusammen,
auch feindlich der Geliebten Sinn.
Ewig strebend nach den Fernen hin,
zergehen wir in Sehnsuchtsflammen,
im Sternenlicht und ich am Tage,
treuer Liebe Bild und stille Klage.

Lösung anzeigen

Sonnen + Wende = Sonnenwende

Nacht + Viole = Nachtviole

Anmerkung

Eine Doppelscharade ist eine Scharade mit zwei voneinander unabhängigen Lösungen.

Sonnenwende: 1. Pflanzengattung, Heliotropium [Wikipedia]; 2. Bei einer Sonnenwende erreicht die Sonne im Lauf eines Sonnenjahres den größten nördlichen oder südlichen Abstand vom Himmelsäquator. [Wikipedia]

Nachtviole: Die Nachtviolen (Hesperis) bilden eine Gattung in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). [Wikipedia]

Helios (gr. »Sonne«)  ist in der griechischen Mythologie der Sonnengott. Seine Aufgabe war es, den Sonnenwagen über den Himmel zu lenken, der von vier Hengsten gezogen wurde. Dabei ging Eos (Morgenröte) vor ihm, Selene (Mond) folgte am Abend.

Die Sonnenwende bezieht sich auf die griechische Mythologie: Clytie eine Nymphe, hatte ihre Liebeshändel mit dem Apollo oder dem Helios. Weil aber dieser auch dergleichen mit der Leukothea angab, so verdross es Klytien, und sie entdeckete den Handel der Leukothea Vater, welcher denn seine Tochter lebendig begraben ließ. Dies erbitterte den Apollo sehr, und er ließ nunmehr Klytien vollends sitzen, die aber aus allzu heftiger Liebe sich unter den freien Himmel hinsetzete, und, da sie in neun Tagen und Nächten weder gegessen noch getrunken, indessen aber ihre Augen stets nach der Sonne hingekehrt hatte, so wurde sie endlich in eine Sonnenwende, oder Heliotropium verwandelt, welches sich denn daher noch immer nach der Sonne zukehret. [Gründliches Mythologisches Lexikon, 1861] Siehe auch Ovid, Metamorphosen

Verweise

Homonyme, Scharaden, Kind, Schupp