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Rätselgedicht Nr. 3438

von Karl August Engelhardt

Logogriph

Die Gute, die mich einst gebar,
Ach! eine fromme Mutter war!
Sie wies mich freudig immerdar
Nur auf das hehre Silbenpaar.
Dort legt' ich das Gelübde ab,
Ihm treu zu bleiben, bis ins Grab,
Ob auch am Lebens-Wanderstab
Mög' wandern ich Berg auf, Berg ab.
Doch, wie am Stock nur sanft der Wein,
Tritt aber dann die Mostzeit ein,
Den brausenden nichts mehr beengt,
Und Reif und Fass er mächtig sprengt;
So, in des Lebens Brausezeit,
Lebt ich, nur Saus und Braus geweiht,
Nicht denkend an das Silbenpaar,
Das mir einst, ach! so teuer war.

Doch als, nach mancher lockern Tat,
Im Flug der Zeit die Zeit eintrat,
Die sparsam gibt und reißend nimmt,
Und ernst und fromm so manchen stimmt,
Die stille Zeit, die Euch wird klar,
Setzt Ihr ins hehre Silbenpaar
Ein kleines e für kleines a.
Ach! dann in Himmelsgloria
Seh' ich das hehre Silbenpaar,
Auf das den Knaben immerdar
Die Fromme wies, die ihn gebar.
Nun ward es mir zum Wunderborn,
Der Wunden heilt von manchem Dorn,
Den, auf des Lebens Rätselpfad,
Der Pilger in den Fuß sich trat.
Nun ward es mir zum Felsenquell,
Darin ich wusch die Augen hell,
Zu schauen von des Lebens Strand
Jenseits ins bess're Vaterland.

Drum, Brüder, haltet immerdar
Auf jenes hehre Silbenpaar,
Das Euch durch a wird hell und klar;
Sonst, wenn ein e dafür tritt ein,
Dürft's oft um Trost Euch bange sein -
Wohl kenn ich manchen lockern Wicht,
Den jenes a erquickte nicht,
Und der daran am Ende noch,
Wenn e ihn drückt, zu Kreuze kroch.

Lösung anzeigen

Altar, Alter

Verweise

Logogriphe, Engelhardt