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Rätselgedicht Nr. 3329

von Carl Trummer

Rätsel

Die vier Geschwister

Schon lange vier Geschwister leben,
in einem engen Schicksalsbund,
doch hat die Parze nicht gegeben,
dass sie sich seh'n zu Aug und Mund.
Auch ist ihr Sinn gar sehr verschieden,
die Schwester bleibt nur ernst und kalt,
der Brüder einer lächelt Frieden,
in eines Jünglings Kraftgestalt.
Des andern rote Feuerblicke
Erglüh'n von heftiger Begier,
der Dritt' erloste vom Geschicke
der Sanftmut und der Sehnsucht Zier.
Die Schwester hinter der Gardine,
am Fenster oben ernsthaft sitzt,
indeß der Bruder heit're Miene,
hier unten auf der Straße blitzt.
Und einsam diese Brüder wandern,
verfolgend ihre eigene Spur,
der eine immer nach dem andern,
sie sehen sich im Rücken nur.
Schlüpft dann an eines Meere Borde,
der sanfte Bruder durch das Thor:
Tritt aus des Hauses Gitterpforte,
die Schwester schön geputzt hervor.
Ein Sternendiadem umschimmert,
ihr langes schwarzes Lockenhaar,
doch blickt ihr Auge wie bekümmert,
vielleicht nach ihrer Brüder Schar.
Denn im behänden Flügeltritte,
schwebt sie den lieben Brüdern nach,
bis ihr entflohn der sanfte Dritte,
durch des Geschickes herben Schlag.

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Verweise

Worträtsel, Trummer