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Rätselgedicht Nr. 2873

von Alois Cobres

Scharade (2+1 Silben)

Liebst du deine Ruhe Mann! verzichte
Auf das Erste, lese die Geschichte,
Lehrreich ist, und wohlgemeint ihr Rat,
Blendet dich die schone Außenseite,
Wirst du dessen leicht getauschte Beute,
Dann bereust du öfter es zu spät.

Hast du von dem Scheine angezogen
Nicht der Torheit Folgen reif erwogen,
Und zu stark dich in das Wort vergafft,
Dann bezahlt dein Leichtsinn, deine Schwäche
Gar zu teuer oft die große Zeche,
Die dich Unbesonnenen! bestraft.

Feindschaft, Totschlag, unerhörte Kriege,
Brudermord, Vergiftung, und ich lüge
Wahrlich nicht, Verbrechen jeder Art
Rufen euch vernehmlich in die Ohren,
Männer! seid ihr unheilbare Toren,
Bleibt ihr immer in das Wort vernarrt?

O! dann wird in Kürze Schiffbruch leiden
Die Vernunft, ihr seht mit Recht dem zweiten
Worte, wie ein Ei dem andern gleich:
Soll man euch als selbes nicht verlachen,
Muss euch fremder Schaden klüger machen,
Seid ihr selbst nicht an Erfahrung reich.

Seinen Ruhm als weiser Mann zuschanden, [1]
Ließ sich einst ein großer König blenden
Als das Ganze in des Ersten Kreis,
Doch die Strafe folgte auf dem Fuße,
Denn es gab den Liebling Gott zur Buße
Der Verachtung seiner Volker preis.

Vielen, die dem Ersten sich ergeben,
Raubt es ihr Vermögen, oft ihr Leben,
Gibt sie dem Gespött' als Zweites bloß,
Denn das Ganze wird nur kurz genießen
Seiner Lüste Frucht, erschrecklich büßen
Muss er oft, und Elend ist sein Los.

Lösung anzeigen

Weiber + Narr = Weibernarr

Anmerkungen

Der König in der vorletzten Stophe ist Salomo, von dem die Bibel (1. Kön 11,3) weiß, dass er »siebenhundert Hauptfrauen und dreihundert Nebenfrauen [hatte}; und seine Frauen verleiteten sein Herz.« Er kann also mit einem gewissen Recht als Frauenheld bzw. Weibernarr bezeichnet werden.

Verweise

Worträtsel, Cobres, Forum