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Rätselgedicht Nr. 2818

von Karl August Engelhardt

Homonym

Ein Wort ich kenne inhaltschwer,
Vierfüßig geht das Wort einher,
Stützt es sich auf die vordern Beiden,
Dann weiß es trefflich mich zu leiten,
Wenn mir etwas im Wege ist,
Das man bei Dichtern gern vergisst –
Dann bringt's für einen Pappenstiel
Mich schnell, bequem und leicht ans Ziel,
Wozu ich braucht wohl hundert Stunden,
Wär, was das Wort wirkt, nicht erfunden.

Stützt es sich auf die hintern Beiden,
Dann weiß es trefflich mich zu leiten,
Wenn mir etwas im Wege liegt,
Das meine Ohnmacht nicht besiegt -
Dann bringt's für einen Pappenstiel
Mich schnell, bequem und leicht ans Ziel,
Wozu ich braucht wohl tausend Stunden,
Wär', was das Wort wirkt, nicht erfunden;
Stützt es sich auf die vordern beiden,
Kann jeder Stax mich trefflich leiten.

Stützt es sich auf die hintern Beiden,
Verlangt es - soll ich gern es leiden –
In seinem Fache seinen Mann.
Doch dafür lässt es mich auch dann
Für leichten Preis und sonder Bürde
In fremden Gärten Früchte brechen,
Die ich sonst nie genießen würde.
Und doch darf niemand sich erfrechen,
Zu schelten mich - wollt' Einer sprechen:
Die Früchte hätt' ich mir gestohlen,
Den sollte doch der Geier holen.

Nun, wenn es dass Euch martert, aus dem Dunkeln
Ins Helle jenes Wort zu übersetzen,
Hör' ich so hie und da verdrießlich munkeln:
»Wie kann doch auch ein Dichter dran sich letzen,
In solche Rätselklemme uns zu bringen.« –
Tät also mir mein schwaches Werk gelingen,
Dass Ihr im Ernst damit Euch redlich plagt,
Das sollte mich doch wahrlich bass ergötzen –
Und desto mehr, da ich das Wort Euch selbst gesagt,
Nun – ob es in der Rätselnuss wohl tagt?

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Anmerkungen

1. ein Wasser überqueren; 2. ein Wort in ein anderes umwandeln

Eine Definition von Stax haben wir nicht gefunden; allerdings kommt die Figur des Stax in alten Gedichten sehr oft vor – es scheint sich um eine wohlbekannte Charakterfigur zu handeln.

Verweise

Homonyme, Engelhardt