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Rätselgedicht Nr. 2150

von Alois Cobres

Scharade (2+1 Silben)

Deine Wissbegierde hoch zu spannen,
Will ich schildern einen Haupt-Tyrannen,
Der die Menschen schrecklich quält, und plagt.
Schwere Rache lässt er den empfinden,
Der sich seiner Strenge zu entwinden,
Und sich ihm zu widersetzen wagt.

Hart und drückend sind die Reichsgesetze,
Jeder furchtet, dass er sie verletze,
Weil er leine Widersprüche liebt:
Die ihm, was er streng verlangt, nicht geben,
Büßen ihren Starrsinn mit dem leben,
Weil er den Rebellen nicht vergilbt.

Alles, was die Untertanen haben,
Vögel, Fische, wie des Feldes Gaben
Reißt er kühn mit Ungestüm an sich;
Kaum befriedigt sehnt nach neuer Beute
Trotzig, und mit wahrer Schadenfreude
Sich der ungestüme Wüterich.

Was die Menschen sauer sich erwerben,
Alles Geld der frohen reichen Erben
Dient zu seinen teuren Unterhalt:
Am Zerstören findet er Behagen,
Opfer darf man niemals ihm versagen,
Ist er gleich schon hundert Jahre alt.

Diesen Unhold möchtest du wohl kennen,
Sieh! das erste Wort wird ihn dir nennen,
Jedem ist er nur zu sehr bekannt:
Täglich musst du oft mit Widerwillen
Des Tyrannen viele Wünsche stillen,
Alles nimmt er an von deiner Hand.

Als Gehilfen und als Haupt-Trabanten
Gab ihm die Natur den sehr bekannten
Schwätzer, den das zweite Wort dir nennt,
Dessen Lügen, dessen Schmeicheleien,
Die den guten Menschen nicht erfreuen,
Jeder aus Erfahrung leider kennt.

Diesen braucht er treulich als Spionen,
Seine Dienste reichlich zu belohnen
Ist er sehr gewissenhaft bedacht:
Denn durch ihn erhalt er alle Gaben,
Gute Speisen, Weine, die ihn laben,
Alles, was ihm Lust, und Freude macht.

Menschen weiß er listig zu betören,
Ist geübt im Fluchen, wie im Schwören,
Schont des Nächsten guten Namen nicht,
Muss er notgedrungen Leckerbissen
Märzen-Bier, und alten Wein vermissen,
Ist auch »rod, und Wasser sein Gericht.

Ihm, den feinen Schmeichler zu liebkosen,
Bringen nur zu oft die sorgenlosen
Schwelger alles, was sie haben, dar,
Stürzen sich, die Kinder, und die Frauen,
Wenn sie dem verwöhnten Heuchler trauen,
In her Armut traurige Gefahr.

Manchmal sucht er doch sich zu bekehret,,
Schön, erbaulich sind dann seine Lehren,
Wenn er kräftig für die Tugend spricht.
Doch, ich glaube, in den meisten Fällen
Weiß sich der Betrüger zu verstellen,
Und ich traue seinen Tücken nicht.

Was dem zweiten Worte zu entwischen
Sich bemühte dies gierig aufzufischen
Ist des Ganzen wichtigster Beruf:
Es sodann dem Erste» zuzuführen
Darf es mäßig keine Zeit verlieren,
Denn es dient demselben zum Behuf.

Nun! das sind mir feine Kameraden,
Fressen, Saufen sind die Heldentaten,
Die der Erste, wie der Zweite liebt,
Auch das Ganze liebt die Tafel Freuden,
Lässt mim es ein wenig Hunger leiden
Ist es gleich empfindlich und betrübt.

Lösung anzeigen

Magen + Mund = Magenmund

Anmerkungen

Der Magenmund, die Cardia – eigentlich Cardia ventriculi oder Pars cardiaca, eingedeutscht auch Kardia – ist jener Bereich des Magens, in dem die zweischichtige Speiseröhrenmuskulatur in die dreischichtige Magenmuskulatur übergeht. [Wikupedia]

Verweise

Scharaden, Cobres