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Rätselgedicht Nr. 1959

von August Gottlob Eberhard

Scharade (2+1 Silben)

Der du so willig manche Last
in sturmerfüllten Mitternächten,
wenn Andre schliefen oder zechten,
mit Sorg' und Müh' getragen hast,
des Glückes Launen zu verbessern,
das mit so ungerechter Schale wog,
wenn es – verschwenderisch in Schlössern
um seine goldnen Gaben dich betrog;
der du, mit hundert Hindernissen streitend,
so manchen Riegel mutig brachst,
doch stets das Ohr des Horchers meidend,
nach deiner Taten Ruhm nichts fragst –
wenn endlich am gerechten Throne
der Schleier deiner Taten sinkt,
und dir, zu nie gesuchtem Lohne,
ein richtender Vergelter winkt:
wie wird man fahren, laufen, reiten,
auf deiner letzten Pilgerbahn
mit Angst und Freude dich hinan
zu deinem Tempel zu begleiten!

Wie er im Morgensonnenstrahl,
mit seinen immer offnen Pforten
nach Osten, Süden, Westen, Norden,
herab vom Hügel schaut ins Tal!
An grauen Säulen hängt das Bild
von manchem unbelohntem Helden,
als wohlverdientes Ehrenschild,
sein Tatenheer der Welt zu melden!
Und höher wölbt sich, als zu Rom
die Kuppel in Sankt Peters Dom,
sein stolzes Dach, besä't mit Sternenheeren,
die hohe Wissenschaft der Magier zu lehren.

Sieh, still empfangt dich eine Schar
von Priestern, willig dir zu dienen;
schon ordnen sie dein eingeweihtes Haar!
O zaudre nicht! geh, folge ihnen,
mit frommem, schweigendem Vertraun!
Bald wirst du höher dich in lichtern Sphären fühlen;
bald wird ein Engel deine Wangen kühlen;
und schweigend wirst du auf uns niederschaun.

Zwei Silben nennen jenen Tempel;
die dritte nennt das Zauberband,
an dem dich eine höh're Hand,
zum hohen, leuchtenden Exempel,
entwindet allem Erdentand.
Bis wir im Tempel dich Geweihten grüßen können:
lasswürdig unterdes dich mit dem Ganzen nennen!

Lösung anzeigen

Galgen + Strick = Galgenstrick

Verweise

Scharaden, Eberhard, Schupp