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Rätselgedicht Nr. 1817

von Agnes Franz

Rätsel

Ich stehe in der Schwestern weiter Reihe
Der treu'sten Mutter hoffnungsvolles Kind,
Sie pflegt uns alle mit derselben Treue,
So vielgestaltet wir auch immer sind.

In das Gewand der süßen Hoffnung hüllet
Die Mutter meine zarte Jugend ein,
Bis die Gestalt der Schönheit Reitz umquillet,
Und sich erschließt mein allertiefstes Sein.

Im Schmuck der reinsten Jugend anzuschauen,
Steh' ich nun da, der Unschuld zartes Bild,
Gleich Lilien auf morgenhellen Auen,
Die ihrer Kelche lichten Glanz enthüllt.

Doch hoher noch soll meine Schönheit blühen,
Die Liebe haucht die zarten Wangen an,
Da muss der Unschuld reines Weiß erglühen
Gleich Rosen, die der Frühling aufgetan.

Als Bild der Liebe steh' ich nun vollendet,
Und freudig weidet sich an mir Dein Blick,
Das Höchste hab' ich willig Dir gespendet.
Doch unvollkommen scheint Dir noch Dein Glück.

Zum Bild der Treue willst Du mich erheben,
Und sorgsam stählst Du meine inn're Kraft,
Da strömt durch mich ein wunderbares Leben,
Das mich veredelt, und mich neu erschafft.

Doch auch die Zierde muss zuletzt veralten,
Denn ewig wechselt meines Daseins Sinn,
Zur neuen Hoffnung muss ich mich gestalten,
Neig' ich mich langsam gleich zum Grabe hin,

Zur Hoffnung auf den andern Lenz, wenn lachend
Nach langem Schlaf hervor das Leben geht,
Und, von dem großen Allmachtsruf erwachend,
Das Hingesunkne glänzend aufersteht.

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Hortensie

Anmerkungen

In der Sprache der Blumen steht die Hortensie steht für beständige Liebe, auch für die nostalgische Erinnerung an die erste große Liebe, auch für Vergänglichkeit und Tod. (Auch für Eitelkeit, aber das passt hier nicht.)

Verweise

Worträtsel, Franz, Schupp