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Rätselgedicht Nr. 1603

von August Friedrich Langbein

Scharade (1+1 Silben)

Es sind vierhundert Jahr beinah,
Als man ein Gedicht erscheinen sah,
In schlichter, plattdeutscher Sprache verfasst,
Erzlustig, aber Schelmen verhasst,
Die böse Ränke zu schmieden pflegten
Und wackern Männern Fallstricke legten.
In fabelhaftem Tiergewande
Erschien im Gedicht die ganze Bande;
Das Haupt derselben, ein listiger Fant,
War an der Stirne des Werks genannt,
Und wer ihm nachforscht, dem Wicht, der sieht
Ihn als des Rätsels erstes Glied.

Das zweite Glied wird, wie bekannt,
Vom Jäger die Standarte genannt.
Der arme Junker, der sie trägt,
Wird oft zu rascher Flucht bewegt,
Und muss er sich zuletzt ergeben.
So kostet's ihm sein teures Leben.

Das Ganze wächst in manchem Garten,
Lässt aber keine Frucht erwarten;
Als halbes Unkraut wird es nur
Geduldet auf der Blumenflur,
Doch lebt das Gewächs zu niemands Schaden.
Mit Fluch sei aber das Volk beladen,
Das Fürstenthrone geheim umschleicht,
Und andern verderblich das Ganze streicht.

Lösung anzeigen

Fuchs + Schwanz = Fuchsschwanz

Anmerkungen

Ein Fant ist ein junger, noch unerfahrener, unreifer Mensch.

In der Jägersprache ist eine Standarte der Schwanz des Fuchses oder des Wolfes. [Wikipedia]

Der Fuchsschwanz oder Amaranth ist eine Pflanzengattung. [Wikipedia]

Die erste Strophe des Rätsels bezieht sich auf die 1498 in Lübeck gedruckte Versfassung von Reinecke Fuchs (Reynke de vos). [Wikipedia]

Den Fuchsschwanz streichen, figürlich: schmeicheln, nach dem Munde reden, besonders wenn solches zum Schaden eines dritten geschieht [Adelung-1793]

Verweise

Scharaden, Langbein