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Rätselgedicht Nr. 1474

von Johann Meyer

Homonym und Logogriph

Ich kenn' ein Ding – man trinkt daraus
Wohl allerlei; – indessen
Man braucht es auch in manchem Haus,
Um allerlei zu messen.
Da sagt ihr gleich: Es ist ein Maß,
Und fangt mir an zu lachen;
Ganz recht! – nun aber hört den Spaß,
Was ich daraus kann machen.

Fünf Zeichen schließt das Ding nur ein,
Wir lassen alle stehen
Und schieben nur ein o hinein,
Das ist geschwind geschehen;
Nun aber seht mir schnell mal zu,
Was jetzt daraus geworden, –
Ein gar gefährlich Ding im Nu'
Ein Instrument zum Morden.

Es dröhnt entsetzlich: bumm! und bumm!
Es speiet Feu'r und Flammen.
Es reißt oft Wall und Häuser um
Und schmettert sie zusammen.
Der Preuße hat's und der Franzos',
Sie sprüh'n damit Verderben,
Sie lassen's aufeinander los
Zum Siegen oder Sterben.

Doch wenn hinweg vom Waffentanz
Wir unser Ding nun bringen,
Und wenn wir nehmen ihm den Schwanz,
Dann können wir es singen.
Ja, wie es dann so vor uns steht,
Ist es schon oft erklungen,
Und wer von euch zur Schule geht,
Hat's gar schon mitgesungen.

Auch stellt man's so als Regel hin
Und Richtschnur für das Leben,
Auch bringt es so dem Staat Gewinn,
Als eine Steuer eben.
Und setzt du statt des Schwanzes dann
Ein u an dessen Stelle,
So trägt es gar den wilden Mann
Weit über Flut und Welle.

Doch nun ist's aus; ich weiß nichts mehr
Darüber zu berichten;
Und wem da wird das Dichten schwer,
Der höre auf zu dichten.
Wer sucht mir nun des Pudels Kern
Und nennt mir seinen Namen?
Wohlan! daran, ihr kleinen Herrn
Und auch ihr kleinen Damen!

Lösung anzeigen

Kanne (Gefäß, altes Flüssigkeitsmaß), Kanone, Kanon (Liedform, allgemeiner Maßstab) [Wikipedia], Kanu

Verweise

Homonyme, Logogriphe, Meyer