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Rätselgedicht Nr. 1049

von Robert Franz Arnold

Rätsel

Dank, tiefster Dank, viel Menschenalter schon
Ziemt mir von dir, Adams unsel'gem Sohn.

Denn zeig mir den, der reinres Glück gewähre
Als jenes, das ich gnädig dir beschere;

Dasselbe stets, doch stets erwünscht und neu,
Und nicht nur gnädig bin ich, bin auch treu.

Denn bloß von mir (so geht's einmal auf Erden)
Wirst nie und nimmer du verlassen werden.

Freund ist der Freund dir nur auf kurze Sicht.
Wie lang währt Liebe? Frage lieber nicht.

Und, ob sie viel und ob sie gar nichts erben,

Die dir zunächst stehn, hoffen auf dein Sterben.

Zumal ein alter Mann ist stets ein Lear.
Wie abgestandne Weisheit red' ich dir!

Kraft, Ruhm, Besitz, ja Haare selbst und Zähn'
Erscheinen bloß, um schließlich fortzugehn.

Und schließlich stehst du (nicht des Sonntags nur)
Nein, Tag für Tag »allein auf weiter Flur«

Ich aber, unter gut und bösem Stern
Wie Kurwenal häng' ich an meinem Herrn,

Am Greis, am Krüppel, selbst am Bettler auch,
Und meine Treue währt zum letzten Hauch.

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Tabakspfeife

Anmerkungen

Kurnewal ist eine Figur aus Richard Wagners Tristan und Isolde, ein treuer Gefolgsmann Tristans.

König Lear ist ein Drama von William Shakespeare, wobei Shakespeare teilweise auf ältere Überlieferungen der Geschichte des sagenumwobenen Königs Leir und seiner drei Töchter zurückgegriffen hat.

Hans Bauer gibt als Lösung den Schatten an; die Tabakspfeife ist die Originallösung von Arnold.

Verweise

Worträtsel, Arnold, Bauer, Forum