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Rätselgedicht Nr. 365

von Friedrich Schiller

Rätsel

Von Perlen baut sich eine Brücke
hoch über einen grauen See;
sie baut sich auf im Augenblicke
und schwindelnd steigt sie in die Höh'.
Der höchsten Schiffe höchste Masten
zieh'n unter ihrem Bogen hin;
sie selber trug noch keine Lasten
und scheint, wie du ihr nahst, zu flieh'n.
Sie wird erst mit dem Strom und schwindet,
sowie des Wassers Flut versiegt.
So sprich, wo sich die Brücke findet,
und wer sie künstlich hat gefügt!

Lösung anzeigen

Der Regenbogen

Antwort

Diese Brücke, die von Perlen sich erbaut,
sich glänzend hebt und in die Lüfte gründet,
die mit dem Strom erst wird und mit dem Strome schwindet,
und über die kein Wandrer noch gezogen,
m Himmel siehst du sie - sie heißt der Regenbogen.

Anmerkungen

Hier hat Schiller geklaut (wie schon Friedreich in seiner Geschichte des Räthsels bemerkt). Das Original aus Des Knaben Wunderhorn ist bei und HIER zu finden.

Unter dem »grauen See« hat Schiller sich wohl den tiefern Regen gedacht, aus dem keine farbigen Strahlen in unser Auge fallen. Die beiden ersten Verse der dritten Strophe necken den Leser, indem dieser geneigt sein wird, Brücke und Strom in ihrer gewöhnlichen Verbindung zu denken. [Prof. Dr. Heinrich Biehoff]

Enthalten in

Friedrich Schiller, »Turandot«
Aufführung in Weimar am 2. Februar 1802

Verweise

Worträtsel, Schiller, Arbeiter, Bauer, Dahl, Schupp, Bentzien, Arnold, Perfahl, Scherer