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leiwand

Diskussionen über Wörter und Texte des Wienerischen. Haben Sie ein Wort gehört, dessen Bedeutung Sie nicht kennen und von dem Sie glauben, daß es Wienerisch ist? Wollen Sie über eines der Wörter in unserem Lexikon diskutieren? Dies ist das richtige Forum dafür!

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leiwand

Beitragvon Otto » 21.11.2004 10:35

Aus "Der Bestseller - Reise nach Wien": "Sagen Sie, haben Sie schon herausgefunden, was 'leiwand' bedeutet?" - "Ja: Das Gegenteil von 'Oasch'!"

Was zur Frage führt ob es ein hochdeutsches Wort gibt, das man guten Gewissens mit "leiwand" übersetzen kann, abseits der Jugendsprache, die dafür in jeder Generation eigene Modewörter gefunden hat, wie "dufte", "klasse", "super", "cool", usw. "Das Gegenteil von Oasch" ist ja auch nur eine (ziemlich zutreffende) Umschreibung ins Bayrische.

~ÔttÔ~
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Beitragvon gast » 18.12.2004 21:51

ich weiss zwar leider nicht ob es wahr ist, mein alter onkel hat mir jedenfalls erzählt, dass dieser ausdruck auf ein sehr beliebtes, altes bierlokal am wiener graben zurückgeht, dass "zur leiwand" hieß.
lg
gast
 

lokal "zur leinwand" ....

Beitragvon jerry » 19.12.2004 03:59

wäre denkbar, gab es doch viele tuchhändler in der gegend.
sicher ist aber der ausdruck eben auf das gute linnen (als wertmaßstab für "gut") zurückzuführen, im gegensatz zu den derberen, billigeren, bzw. kratzigen wollstoffen.

lg
jerry

otto: man müsste - je nach zusammenhang - auf verschiedene begriffe zurückgreifen: sehr gut - toll - große klasse - überwältigend usw ....
nau hawedere ... :-)
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Beitragvon Otto » 19.12.2004 17:13

Laut Wehle kommt "leiwand" von mhd. "linwat", was "linnernes Gewand" bedeutet - damals galt Linnen als qualitativ besonders hochwertig und war daher teuer.

~ÔttÔ~
Otto
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Beitragvon wolfamon » 14.02.2005 12:14

Otto hat geschrieben:Laut Wehle kommt "leiwand" von mhd. "linwat", was "linnernes Gewand" bedeutet - damals galt Linnen als qualitativ besonders hochwertig und war daher teuer.

~ÔttÔ~


Dazu schreibt Wolfgang Teuschl in seinem "Wiener Dialekt Lexikon":

wem auf leiwand ham: jemandes sicher sein, mit jemandem fertigwerden, jemandem über sein; jemanden necken, verspotten. <nach der hohen Qualität von Leinwand>
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Beitragvon Andrea1984 » 14.05.2006 20:26

wolfamon hat geschrieben:Dazu schreibt Wolfgang Teuschl in seinem "Wiener Dialekt Lexikon":

wem auf leiwand ham: jemandes sicher sein, mit jemandem fertigwerden, jemandem über sein; jemanden necken, verspotten. <nach der hohen Qualität von Leinwand>


Das Wiener Dialekt Lexikon kenne ich auch. Da stehen viele interessante Wörter, Ausdrücke etc. drinnen. Ich möchte auch gerne mal in Wien leben und arbeiten.

Da schadet eine rechtzeitige Vorbreitung sicher nicht. :wink:
Andrea1984
 


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