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Re: assekurieren und verwoadaglt

BeitragVerfasst: 29.09.2005 12:47
von Gast
verwoadaglt=windschief, nicht ganz gerade, verwirrt (im Sinne von zb. wild verknoteten Seilen - Das Seil ist ganz schön verwoadaglt)

"Des Haus steht verwoadaglt da" bedeutet in etwa "ist Abbruchreif"


assekurieren= Versichern

quote="Duderl"]Grüße die Linguisten!
Wer weiss wie man die o.a. Wörter ins Hochdeutsche übersetzen würde?
Ich hab ehrlich gesagt kein Plan....

Danke,
Duderl

hier der Zusammenhang:
"Numerus Clausus Austriacus"

Der Ansturm deutscher Studenten macht unseren Medizinunis schwer zu
schaffen. Das Problem: wir müssen deutsche Bewerber gleich behandeln wie die
Österreicher.
Die Lösung: Der Numerus austriacus medicinalis. Ein Eignungstest, der
deutsche und österreichische Bewerber mit völlig identischen Fragen aus dem
praktischen medizinischen Alltag konfrontiert. (Die dezente Heranziehung
minimal identitätsstiftender
Austriazismen muss dabei erlaubt
sein.)


Die Eignungstestfragen:


1. Ein wamperter Tschecherant steht blunznfett mit einer Eitrigen auf einem
Fensterbankl im Mezzanin. Sind notfallmedizinische Maßnahmen aus ärztlicher
Sicht angezeigt?

2. Darf raunzendes Pflegepersonal scheanglnden Tachinierern ein Jaukerl
geben, während diese büseln?

Sie besuchen ein Wiener Kaffeehaus und geben sich als Medizinstudent(in) im
1. Semester zu erkennen. Die korrekte Anrede durch den Ober lautet:
a. Herr/Frau Metzgerlehrling
b. Awezahrer & BAföG-Zutzler
c. Herr/Frau Doktor oder gleich Herr/Frau Medizinalrat.

4. Ein Zniachtl von einem Patienten verkutzt sich: Seine Birne sieht
plötzlich aus wie ein Paradeiser. Ist es korrekt, die Birne des Patienten
einzufatschen, sollte man ihm ein Pulverl geben oder reicht es, wenn er ein
gutes Papperl bekommt?

5. Wären die obgenannten Methoden geeigneter, wenn unser Patient statt dem
Friedhofsjodler ein Schlagerl gehabt hätte?

7. Muss jemand mit marodem Beuschl, der fesch weitertschickt, den Löffel
abgeben?

8. Ein schaasaugerter Patient reißt einen Stern. Nach dem Buserer hat er
einen Dippel. Er hat einen ziemlichen Fetzen. Er speibt sich in der
Notaufnahme an. Kann zum entfernen des Gespiebenen auch der Fetzen des
Patienten verwendet werden? Wenn nein -
warum nicht?

9. Ein verwoadaglter, nicht assekurierter Strassenmusiker kommt mit der
Quetschn am Arm ins Spital. Die Quetschn wird nicht behandelt. Kann er mit
der Quetschn am nächsten Tag wieder musizieren?

10. Ein Chirurg darf nicht tramhappert sein, sondern muß bei seiner Hackn
aufpassen wie ein:
a. Schuhmacher(in)
b. Engelmacher(in)
c. Haftelmacher(in)

11. Unterm Bett eines Patienten liegt ein Lurch. Was tun sie?
a. Lassen sie die Station evakuieren und verständigen das amphibische
Institut.
b. Sie versuchen mit Hilfe des Patienten den Lurch zu fangen.
c. Sie rufen den Reinigungsdienst und lassen auch gleich den Nachtscheam
ausleeren.[/quote]

ver(w)oadaglt

BeitragVerfasst: 01.12.2005 23:14
von Therner
Wir im schönsten Eck im Weinviertel haben unsere Ältesten befragt und die sind der Meinung, das der Ausdruck eigentlich von veroadaglt (ohne w) kommt und bedeutet, das es aussieht wie die Form von Eierkartons (Oa-Dagl).

A Therner

BeitragVerfasst: 01.04.2006 12:37
von Gast
Hallo,
Ich komme aus der nähe Frankfurt und habe auf leo.org das wort insure gefunden, was mir mit "assekurieren" übersetzt wurde. Auf eine Google Anfrage bin ich auf eure Seite gelangt und habe dennoch eine Frage:

Kann man das Verb "assekuieren" gleichstellen mit versichern?

Ich versichere dir, dass ... = Ich assekuiere dir, dass ...

oder ist damit nur der Schutz von Objekten gemeint, demnach:

Ich versichere dir dein Auto (obwohl ich denke das man es eher passiv benutzt) Ich habe mein Auto versichern lassen. =
Ich assekuiere dein Auto / Ich habe mir mein Auto assekuieren lassen.

Würde mich über eine hilfreiche Erklärung freuen ;)

Mit freundlichen Grüßen

Jonas Köpfer

BourNe-S3K@gmx.de

BeitragVerfasst: 01.04.2006 16:28
von Otto
Assekuranz = Versicherung(sanstalt)

~ÔttÔ~

assekurieren

BeitragVerfasst: 01.04.2006 16:32
von jerry
hallo, gast jonas!

sehr oft wird's nicht mehr verwendet. wenn aber doch, dann hauptsächlich in der form:
"des is assekuriat" für "das stimmt so (in dem zusammenhang)", "das ist abgesichert, glaubhaft gemacht".

"sei assekuriat" = "sei versichert, dass ..." kam früher eher nicht im dialekt, sondern in der beamten- und umgangssprache vor, welche eine mischung aus dialekt und hochsprache, garniert mit "schönen" fremdwörtern war.
man wollte ja bildung demonstrieren. :D

über diese sprach- und ausdrucksform des "gehobenen bürgertums" flossen klarerweise auch etliche wörter in den dialekt ein, aber weniger, als durch ausländische zuwanderer, meist arbeiter aus der unterschicht, die das wienerische mitprägten.

wird heute vom "wienerischen" gesprochen, meint man eigentlich meist die älteren ausprägungen, man sollte aber auch die neueren einflüsse nicht übersehen, da der wiener dialekt ja eine lebendige sprache ist, auch, wenn der breite, alte sprachgebrauch mit vielen wortbildungen mit wurzeln aus den monarchieländern langsam ausstirbt.


lg
jerry

Re: assekurieren und verwoadaglt

BeitragVerfasst: 03.02.2014 00:07
von Andrea1984
Wos moch ma jetza mit de Frogn ?

I woaß eh, oba I sog's net. ;)

Re: assekurieren und verwoadaglt

BeitragVerfasst: 03.02.2014 10:17
von Otto
Na ja, die Fragen sind ja falsch gestellt:

1. Ein wamperter Tschecherant steht blunznfett mit einer Eitrigen auf einem
Fensterbankl im Mezzanin. Sind notfallmedizinische Maßnahmen aus ärztlicher
Sicht angezeigt?

Richtig müsste es heißen:

1. A wamparta Tschecherant steht blunznfett mit ana Eitrigen auf an
Fensterbankl im Mezzanin. Sind notfallmedizinische Maßnahmen aus ärztlicher
Sicht angezeigt?

Im übrigen sagt kein Mensch "Eitrige", das ist ein Kottanismus. (Ich glaube, ich habe gerade ein neues Wort erfunden!) Ich frage mich auch gerade, ob "Wampata" irgendwas mit "Wams" zu tun hat.

Re: assekurieren und verwoadaglt

BeitragVerfasst: 17.03.2014 15:13
von jerry
mit deina vamutung zum "waumpatn" liegst recht guad, otto! ;)