Home | Raetsel | Gedichte | Schach | Retros | Wienerisch | Blog | Events

Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrauß,

Wollen Sie über eines unserer Rätsel oder Spiele diskutieren? Suchen Sie eine Lösung zu einem Rätsel, das Ihnen irgendwo sonst untergekommen ist? Dann sind Sie hier richtig!

Moderatoren: Angela, Otto

Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrauß,

Beitragvon Engelchen » 10.01.2020 15:17

Rätselgedicht Nr. 8033

von Franz Brentano

Rätsel

Der Blumenstrauß

Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrauß,
Gereicht von hoher, königlicher Hand!
Der Blumen sieben sind darin verwandt,
Doch nimmer kennt dein Auge sie heraus;
So wunderbar sind sie vereinet,
dass keine mehr für sich erscheinet.

Die ihn empfängt, die Maid nur ist geschmückt;
Doch nur, die weiß wie Schnee und lilienklar,
Kann unversehrt ihn zeigen, wie er war;
Bei andern wird er alsogleich zerpflückt,
Ein Teil der Blumen ist verschwunden
Und wird nicht mehr darin gefunden.

zzz

Sind hier die
Lösung oder Tipp: Anzeigen
7 Farben des Regenbogens gemeint, mit denen sich die Maid = Erde schmückt?
Kann man die Farben nur unversehrt sehen, bei einem weißen, klaren Hintergrund?
:?:
Engelchen
 
Beiträge: 2011
Registriert: 26.07.2011 22:46

Re: Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrau

Beitragvon Otto » 10.01.2020 20:11

Kann man die Farben nur unversehrt sehen, bei einem weißen, klaren Hintergrund? -- Nein, auch vor dunklem Hintergrund, beispielsweise dunklen Gewitterwolken. Hinter Ihnen die Sonne, vor Ihnen die Regenwand. Die Wassertropfen reflektieren und brechen das Sonnenlicht, der Regenbogen leuchtet also "von selbst".

Regenbogen klingt ja nicht schlecht, aber das Auge kennt die einzelnen Farben sehr wohl heraus. Auch kann ein Teil der Farben nicht verschwinden, es sind immer sieben (na ja, eigentlich unendlich viele).
Otto
Site Admin
 
Beiträge: 2178
Registriert: 07.08.2004 14:17
Wohnort: Wien

Re: Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrau

Beitragvon hatti » 08.10.2020 02:27

Mein Lösungsvorschlag:
Lösung oder Tipp: Anzeigen
7 himmlische Tugenden:
Demut , Mildtätigkeit , Keuschheit , Geduld , Mäßigung , Wohlwollen , Fleiß
Begründung:
"Gereicht von hoher, königlicher Hand!"
Die Tugenden werden dem Menschen vom Himmel geschenkt.
"Doch nimmer kennt dein Auge sie heraus;
So wunderbar sind sie vereinet,
Daß keine mehr für sich erscheinet."
Diese Tugenden sind als Ganzes zu sehen; sie durchdringen und bedingen sich gegenseitig.
"Die ihn empfängt, d i e Maid nur ist geschmückt;"
Nur diese Tugenden gereichen dem Mädchen zur Zierde.
"Doch nur, die weiß wie Schnee und lilienklar,
Kann unversehrt ihn zeigen, wie er war."
Das schneeweiße Kleid und die Lilie sind Symbole der Keuschheit,
die bei den 7 Tugenden nicht fehlen darf.
Andernfalls:
"Bei andern wird er alsogleich zerpflückt,
Ein Teil der Blumen ist verschwunden
Und wird nicht mehr darin gefunden."
hatti
 
Beiträge: 65
Registriert: 12.08.2020 05:36
Wohnort: Mittelbiberach

Re: Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrau

Beitragvon Engelchen » 08.10.2020 12:16

@hatti - Warum nur für die Maid, gilt das für den Jüngling nicht?
Engelchen
 
Beiträge: 2011
Registriert: 26.07.2011 22:46

Re: Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrau

Beitragvon hatti » 08.10.2020 14:29

Ja, Engelchen, habe ich mich auch gefragt.
Kann ich aber nicht schlüssig beantworten.
Vielleicht, weil das früher bei den Mädchen mit einem weißen Hochzeitskleid leicht zu dokumentieren war?
Oder weil es in diesem Rätsel sich so gut zum Formulieren anbot?
hatti
 
Beiträge: 65
Registriert: 12.08.2020 05:36
Wohnort: Mittelbiberach

Re: Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrau

Beitragvon Otto » 10.10.2020 08:52

Nochmals Regenbogen:

hoher, königlicher Hand: Der Schöpfer? Die Natur?

Doch nimmer kennt dein Auge sie heraus: Weil die Farben ineinander übergehen, es gibt ja keine scharfe Grenze zwischen zwei der Hauptfarben.

die Maid nur ist geschmückt: Der Himmel

Doch nur, die weiß wie Schnee und lilienklar: Die Farben kann man vor einem weiß-grau-schwarzem Hintergrund immer alle sehen. Und weiß ist der Hintergrund eines Regenbogens eigentlich nie. Noch dazu würde Weiß die Farben des Regenbogens überstrahlen und verblassen lassen. Dichterische Freiheit?

Bei andern wird er alsogleich zerpflückt, Ein Teil der Blumen ist verschwunden: Vor einem roten Hintergrund wird rot "unsichtbar", etc.

Ich denke, "Regenbogen" ist doch die Lösung. Einverstanden?
Otto
Site Admin
 
Beiträge: 2178
Registriert: 07.08.2004 14:17
Wohnort: Wien

Re: Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrau

Beitragvon Beaker » 10.10.2020 10:34

Ich halte nicht den Regenbogen, sondern die Spektralfarben bzw die 7 Farben des Regenbogens für die Lösung.

Doch nimmer kennt dein Auge sie heraus;
So wunderbar sind sie vereinet,
dass keine mehr für sich erscheinet.

Der Farbeindruck Weiß als Summe der Spektralfarben.

Die ihn empfängt, die Maid nur ist geschmückt;
Die Dinge auf der Maid Erde erscheinen im Sonnenlicht in verschiedenen Farben.
Doch nur, die weiß wie Schnee und lilienklar,
Kann unversehrt ihn zeigen, wie er war;

Nur weiße Gegenstände zeigen den ganzen Strauß in seiner vereinten Form.

Bei andern wird er alsogleich zerpflückt,
Experimente mit Prismen, Gittern, ...
Oder mit Goethe:
Freunde, flieht die dunkle Kammer,
Wo man euch das Licht verzwickt
Und mit kümmerlichstem Jammer
Sich verschrobnen Bildern bückt.


Ein Teil der Blumen ist verschwunden
Und wird nicht mehr darin gefunden.

Fraunhoferlinien
Beaker
 
Beiträge: 651
Registriert: 06.12.2006 14:38
Wohnort: Schwäbisch Hall

Re: Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrau

Beitragvon Robo » 10.10.2020 14:48

Regenbogen ist ein guter Ansatz, aber darin sind die 7 Blüten erkennbar getrennt.

Ich hätte
Lösung oder Tipp: Anzeigen
Lichtstrahl oder Sonnenlicht

gesagt.

Für ersteren spricht das im Gedicht verwendete Genus.
Für letzteres spricht der goldne Blütenstrauß und die hohe Hand. Das "königlich" macht mir da allerdings etwas Bauchweh, es sei denn, man denkt an antike Göttervorstellungen. Und die Maid könnte durchaus Gaia, die Erde, sein, wenn wir schon dort sind.

Ein Teil der Blumen ist verschwunden
Und wird nicht mehr darin gefunden.


Das ist immerhin ganz normal, wenn mein Gedanke (1) mit nichtweißen Oberflächen konfrontiert wird.

Robo
Robo
 
Beiträge: 76
Registriert: 11.11.2008 16:00
Wohnort: Erftstadt

Re: Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrau

Beitragvon Otto » 11.10.2020 10:49

Ich würde gerne beide Lösungsvorschläge zu "Die Farben des Regenbogens" vereinen. Beakers Lösung klingt bestechend, nur die Fraunhoferlinien möchte ich nicht unterschreiben (zumal dies Absorptionslinien sind). Ich denke eher, wenn weißes Sonnenlicht auf etwas trifft, was alle Farben bis auf rot absorbiert, dann erscheint das etwas rot. Ganz berühmt ist ja die Grünlücke.
Otto
Site Admin
 
Beiträge: 2178
Registriert: 07.08.2004 14:17
Wohnort: Wien

Re: Gedicht 8033 - Freund, nenne mir den goldnen Blütenstrau

Beitragvon Beaker » 11.10.2020 12:50

Ja, ich hatte die letzten drei Zeilen als Einheit mit Aussagen zu Experimenten aufgefasst.
Dass mit "bei andern" alles, was nicht "nur, die weiß wie Schnee" gemeint ist, macht aber mehr Sinn.
Beaker
 
Beiträge: 651
Registriert: 06.12.2006 14:38
Wohnort: Schwäbisch Hall

Nächste

Zurück zu Rätsel und Spiele

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 5 Gäste