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Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

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Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Groffin » 07.02.2019 10:20

von Charlotte Castell-Remlingen
Rätsel

Ich folge treulich der Natur,
Und trüge nicht durch Glanz und Schimmer;
Zur Hälfte siehest du mich nur;
Ich ziere auch die schönsten Zimmer;
Und ob ich gleich nicht kostbar bin,
Werd' ich dem Schmuck doch gleich geachtet:
Mich schätzt die Magd, mich trägt die Königin;
Aufmerksam werd' ich stets betrachtet.
Zu größerer Vollkommenheit
Sucht man mich täglich zu erheben;
Mir mangelte die Stetigkeit,
Die konnte mir ein Mädchen geben.
Die Liebe führte ihr die Hand
Der holden Tochter Dibutades –;
Wem die Geschichte unbekannt,
Dem ist's ein Rätsel, der errat' es!

Lösungsvorschlag bisher:
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Lösungsvorschlag: Portrait

Butades (Dibutades) war ein antiker griechischer Künstler aus Sikyon, dem die Erfindung des Tonreliefs und plastischer Stirnziegel zugeschrieben wurden. Butades soll auf die Idee zur Herstellung von Tonreliefs gekommen sein, als er einen von seiner Tochter an die Wand gemalten Schattenriss mit Ton ausfüllte und das dabei entstandene Relief mit anderen Tonwaren brannte.


Alternative:
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Spiegel:
1. Der Spiegel zeigt das, was ist und "trügt nicht durch Glanz und Schimmer" (wie es auf vorteilhaften Portraits der Fall ist)
2. Der Spiegel zeigt immer nur die Hälfte des Gesichts - die abgewandte Seite bleibt verborgen.
3. Ist als Wandspiegel in herrschaftlichen Zimmern überall zu finden
4. Kostbar sind Spiegel nur bei einem entsprechend aufwändigen Rahmen. Ansonsten ist es ein Alltagsgegenstand.
5. Kleinere Taschen- oder Handspiegel waren in den Höfen des Mittelalters weit verbreitet und gehörten zum Reisegepäck dazu. Einfache Handspiegel aus Bronze gab es bereits im alten Ägypten
6. Das Spiegelbild wird jeden Tag aufs Neue betrachtet - zur Schminke, Frisur, Kleiderwahl
7. Im Gegensatz zu einem Portrait oder Relief ist das Spiegelbild unbeständig. Es fehlt ihm die beschriebene Stetigkeit.

Bis auf die Zeile: "Ich ziere auch die schönsten Zimmer;" würde auch "Frisur" passen. "Blume" kommt der Lösung auch schon nahe, aber warum sieht man eine Blume nur zur Hälfte? Vielleicht, weil die Wurzeln fehlen?
Groffin
 
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Re: Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Suchender » 13.03.2019 09:42

weil es bisher ohne Antwort geblieben ist:
Ich teile die Ansicht von Groffin;
Nur passt meiner Meinung nach für die meisten Punkte die Antwort Spiegelbild besser.
Dem Spiegel mangelt ja nicht die Stetigkeit - sondern unser Bild in ihm verändert sich.
(der einzige Punkt den ich nicht ganz nachvollziehen kann ist: "mich trägt die Königin;" :?: )
Obwohl die Tochter Dibutades den Schatten an der Wand nachzeichnete,
ist dies wohl auch im weiteren Sinn eine Form das "Spiegelbild" zu verewigen.
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Re: Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Otto » 13.03.2019 09:54

Auf manche Zeilen passt Spiegel besser (ziert das Zimmer, trägt die Königin), auf manche Spiegelbild. Die Königin trägt einen Handspiegel in der Tasche. Tochter Dibutades: Nein, dem Spiegelbild fehlt es ja an Stetigkeit, damit ist wirklich ein Relief gemeint.

Also Lösung: Spiegel bzw. Spiegelbild?
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Re: Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Groffin » 13.03.2019 10:44

Meines Erachtens müssen bei dem Hinweis auf die holde Tochter Dibutades die beiden vorherigen Zeilen mit einbezogen werden:

Mir mangelte die Stetigkeit,
Die konnte mir ein Mädchen geben.
Die Liebe führte ihr die Hand
Der holden Tochter Dibutades –;

Das erwähnte Mädchen ist hier die Tochter Dibutades. Und entgegen dem Relief ist das hier gesuchte Wort "unstetig" also flüchtig/vergänglich.
Blume passt im Gesamtkontext fast noch besser, wenn man die Zeile

Zur Hälfte siehest du mich nur;

Daruf hindeutet, dass eine Schnittblume nie vollständig ist oder zur Hälfte aus dem Wasser ragt.
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Re: Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Suchender » 13.03.2019 11:37

Ich bin ein wenig ratlos.
Für mich deutet es auf Spiegelbild hin.
v.a.
"Zu größerer Vollkommenheit
Sucht man mich täglich zu erheben;"
Fast jede(r) steht vor dem Spiegel, kontrolliert und zupft an sich herum...
da sehe ich mit der Blume keinen Ansatz
Bei (Di)butades geht's doch um Reliefe aus Ton (Gesichter?) - wie passt da die Blume hinein?
ich tendiere zu: Spiegel/Spiegelbild
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Re: Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Otto » 13.03.2019 13:26

»Zur Hälfte siehest du mich nur« -> Spiegel, man sieht nie die Rückseite von sich.

»Und entgegen dem Relief ist das hier gesuchte Wort "unstetig" also flüchtig/vergänglich« -> Nein "ich" bin unstetig (das Spiegelbild verschwindet, wenn man sich vom Spiegel wegbewegt). Die Stetigkeit konnte mir nur ein Mädchen geben (Relief oder Bild oder Ähnliches).
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Re: Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Otto » 13.03.2019 13:31

Wir wäre es mit "Schatten"? Aus dem schatten des Mädchens wurde das Relief.
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Re: Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Suchender » 13.03.2019 16:38

@Otto - das paßt aber dann fast nur für die Butades-Anekdote.
kaum auf:
Ich ziere auch die schönsten Zimmer;
Und ob ich gleich nicht kostbar bin,
Werd' ich dem Schmuck doch gleich geachtet:
Mich schätzt die Magd, mich trägt die Königin;
Aufmerksam werd' ich stets betrachtet.
Zu größerer Vollkommenheit
Sucht man mich täglich zu erheben;
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Re: Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Groffin » 13.03.2019 17:21

@Suchender:
Vollkommenheit - falls das gesuchte Wort eine Blume ist, dann denke ich hier an Blumengestecke oder gebundenen Blumen für die herrschaftlichen Zimmer.

Aber ja, in dem Fall trifft das Spiegelbild besser
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Re: Gedicht 5351 Ich folge treulich der Natur

Beitragvon Engelchen » 13.03.2019 18:02

Ich verstehe das Rätsel so:
Lösung oder Tipp: Anzeigen
Im ersten Teil wird das Spiegelbild beschrieben. Dieses ist aber unstet.
Die Stetigkeit eines Spiegelbildes erreicht man, indem man es als Foto, als Zeichnung, ... festhält.
Der Hinweis auf die Tochter des Dibutades zielt dann darauf, dem Spiegelbild als Schattenriss (Silhouette), als Scherenschnitt, ... Stetigkeit zu verleihen. ???
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