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Gedicht 5496 Ich hab' Tränen schon vergossen

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Gedicht 5496 Ich hab' Tränen schon vergossen

Beitragvon Beaker » 03.12.2018 21:47

Rätselgedicht Nr. 5496
von Josef Bondy
Rätsel

Ich hab' Tränen schon vergossen
Ob der vielen Leitersprossen,
Die noch zu erklimmen sind.
Flieg ich rasch auch wie der Wind,
Werden doch viel Schelte schwirren,
Werden noch viel Gläser klirren,
Bis auch mir die Menschenscharen,
Die hier froh versammelt waren,
Beichten ihre ganze Schuld.
Doch ich harre in Geduld.
Musst' ein Kurfürst doch belieben,
Solch' ein Amt wie ich zu üben.
D'rum ist mein Dienst keine Gemeinheit,
Doch reibt man stets mir vor die Kleinheit.



Meine Lösung ist eher ein ganzes Sprichwort als ein einzelnes Lösungswort.

Hier ein Bildertipp:
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https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcQrFR4KPPFAg3zSi2JhcPmxFUXw2AqBM8fh8YGOrfPmgjg0OCCVMg


Und hier mein Lösungsvorschlag:
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Gottes Ratschluss

Das Rätsel hangelt sich nach meiner Meinung an dem Sprichwort:
„Gottes Mühlen mahlen langsam, dafür aber trefflich fein“
entlang.

Ich hab' Tränen schon vergossen
Ob der vielen Leitersprossen,
Die noch zu erklimmen sind.
Flieg ich rasch auch wie der Wind,

Wassermühle, Tretmühle, Windmühle?

Werden doch viel Schelte schwirren,
Werden noch viel Gläser klirren,

Der sündige Mensch ...

Bis auch mir die Menschenscharen,
Die hier froh versammelt waren,
Beichten ihre ganze Schuld.

... legt nach dem Tod Rechenschaft ab

Doch ich harre in Geduld.

Langsam mahlende Mühlen

Musst' ein Kurfürst doch belieben,
Solch' ein Amt wie ich zu üben.

Selbst die Kaiserwahl, als höchste Herausforderung an das Urteilsvermögen eines Menschen, bleibt hinter dem Göttlichen Ratschluss zurück?

D'rum ist mein Dienst keine Gemeinheit,

Gott straft nicht aus Boshaftigkeit.

Doch reibt man stets mir vor die Kleinheit.
Das trefflich feine Mahlgut.
Beaker
 
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Re: Gedicht 5496 Ich hab' Tränen schon vergossen

Beitragvon Suchender » 04.12.2018 14:17

@Beaker
Dein Vorschlag gefällt mir weil und obwohl ziemlich unorthodox.
Lediglich der jammernde und ungeduldige Anfang passt meinem Gefühl nach nicht.
Dieses Gedicht schwirrt ja nun schon länger durch unser kollektives Universum der ungelösten Rätsel.
Bei mir entsteht dabei immer wieder das Bild eines...
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...Wanderrichters oder Inquisitors
weiß gar nicht ob es in Europa jemals Wanderrichter gab
Suchender
 
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Re: Gedicht 5496 Ich hab' Tränen schon vergossen

Beitragvon Groffin » 13.12.2018 13:47

Wie wäre es mit:

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Gericht?
Die verschiedenen Instanzen, die Schuld, das jüngste Gericht...
Groffin
 
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Re: Gedicht 5496 Ich hab' Tränen schon vergossen

Beitragvon Otto » 16.01.2019 12:39

"weiß gar nicht ob es in Europa jemals Wanderrichter gab" -- doch, früher zog der Richter mit seinem Gefolge von Ort zu Ort und hielt unter der Dorfeiche Gericht. Damals waren Streitigkeiten, die heute Jahre dauern, in Minuten beigelegt.

Wieso fliegt ein Gericht (oder ein Richter) rasch wie der Wind? Wie wäre es mit "Gericht/Gerücht"? Adelung:

1) Eine entfernte Nachricht von einer Neuigkeit, besonders wenn sie unter vielen mündlich fortgepflanzet wird. 2) Figürlich, das mündliche Urtheil anderer von den Vorzügen eines Menschen; ohne Plural.

Vielleicht ist ja auch hier eine Lautverschiebung am Werke.
Otto
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